{"corpus":"steiner","locus":"GA 10/l03/p013","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Hat der Geheimschüler die erwähnte Zeichenschrift gelernt, dann beginnt für ihn eine weitere «Probe». Durch diese muß sich erweisen, ob er sich frei und sicher in der höheren Welt bewegen kann. Im gewöhnlichen Leben wird der Mensch durch Antriebe von außen zu seinen Handlungen bewogen. Er arbeitet dieses oder jenes, weil ihm die Verhältnisse diese oder jene Pflichten auferlegen. – Es braucht wohl kaum erwähht zu werden, daß der Geheimschüler keine seiner Pflichten im gewöhnlichen Leben versäumen darf, *weil* er in höheren Welten lebt. Keine Pflicht in einer höheren Welt kann jemanden zwingen, eine einzige seiner Pflichten in der gewöhnlichen außer acht zu lassen. Der Familienvater bleibt ebenso guter Familienvater, die Mutter ebenso gute Mutter, der Beamte wird von nichts abgehalten, ebensowenig der Soldat oder ein anderer, wenn sie Geheimschüler werden. Im Gegenteil: alle die Eigenschaften, die den Menschen im Leben tüchtig machen, steigern sich bei dem Geheimschüler in einem Maße, von dem sich der Uneingeweihte keinen Begriff machen kann. Und wenn das dem Uneingeweihten auch oft – nicht immer, sogar selten – nicht so erscheint, dann rührt das nur davon her, daß er den Eingeweihten nicht immer richtig zu beurteilen vermag. Was letzterer tut, ist manchmal dem anderen nicht sogleich durchsichtig. Aber auch das ist, wie gesagt, nur in besonderen Fällen zu bemerken.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Die Einweihung","site_heading":null,"date":null,"location":null,"word_count":214,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/10/l03/p013","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["HR1960","MAC1909","RSPC1947"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/10/l03/p013"},{"lang":"en","edition":"HR1960","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":false,"locus":"GA 10/l06/p013","anchor_mapped":true,"anchor_method":"curated","anchor_confidence":"high","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/10/l06/p013?edition=HR1960"},{"lang":"en","edition":"RSPC1947","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"locus":"GA 10/c02-4/p013","anchor_mapped":true,"anchor_method":"curated","anchor_confidence":"high","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/10/c02-4/p013"}]}