{"corpus":"steiner","locus":"GA 100/1907-06-17/p010","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Wenn Sie die Träne perlen sehen, so ist die Träne der rein physische Ausdruck der Trauer, die sich im Inneren abspielt. Schauen Sie nun die Welt der Mineralien an. Stumm blickt Sie diese Welt der Mineralien an. Keine Freude, kein Schmerz, nichts von alledem ist wahrzunehmen. Der Stein hat kein Gefühl, kein Bewußtsein wie wir. Für den Geisteswissenschafter ist dieser Stein zu vergleichen mit den Nägeln an unseren Fingern oder mit den Zähnen. Betrachten Sie einen Fingernagel, auch er hat kein Gefühl, keine Empfindung; und doch ist der Nagel ein Glied von uns. So wie wir etwas in uns haben müssen, was dies veranlaßt, daß sich Nägel und Zähne bilden, so gibt es auch in der Welt etwas, was die Mineralien bildet. Die Nägel haben selbst kein Bewußtsein, aber sie gehören zu etwas, was Bewußtsein hat. Kriecht ein Käferchen über den Nagel, so wird zum Beispiel für diesen Käfer der Nagel vielleicht ein Mineral sein. So ist es, wenn wir über die Erde kriechen und nicht merken, daß ein Bewußtsein hinter dieser mineralischen Erde liegt; denn genau so, wie hinter dem Nagel ein Bewußtsein liegt, so auch hinter den Mineralien. Wir werden noch sehen, daß es eine Welt und daß es ein Bewußtsein gibt, welches der mineralischen Welt zugrunde liegt. Dieses Ich-Bewußtsein der mineralischen Welt liegt so hoch über uns, wie etwa das Bewußtsein des Käfers, der über unseren Fingernagel kriecht, überragt wird von unserem Bewußtsein, welches hinter dem Nagel liegt.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Zweiter Vortrag","site_heading":null,"date":"1907-06-17","location":null,"word_count":241,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/100/1907-06-17/p010","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/100/1907-06-17/p010"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/100/1907-06-17/p010","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}