Zweiter Vortrag

GA 100/1907-06-17/p011 ·1907-06-17 · original (original)
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Dieses Bewußtsein der mineralischen Welt schreibt die Rosenkreuzerphilosophie einer Welt zu, die sie die Vernunftwelt nennt; dort liegt das Bewußtsein der Mineralien, und dort urständet auch die menschliche Vernunft, derzufolge wir uns Gedanken bilden. Aber die Gedanken, die in uns leben, sind ein höchst trügerisches Ding; die Gedankenwelt des Menschen verhält sich zu den Wesenheiten dieser Vernunftwelt etwa wie unser Schatten an der Wand zu uns selbst. Wie der Schatten an der Wand doch nicht ich selbst bin, sondern eben nur der Schatten von mir, so sind die Gedanken der Menschen nur Schattenbilder von der Welt des Geistes. Aber daß ein Gedanke hier gefaßt wird, das hat seinen Grund darin, daß in der Vernunftwelt wirklich eine schaffende Wesenheit ist, die diesen Gedanken produziert. Es ist eine Welt, wo unsere Gedanken wirkliche Wesenheiten sind, denen man dort begegnet, wie man hier den andern Menschen begegnet. Das ist für den Eingeweihten die obere Devachanwelt, das Arupa Devachan der Inder, oder auch die obere Mentalwelt, das ist die Vernunftwelt der Rosenkreuzer. Wenn ein Eingeweihter durch diese physische Welt geht, spricht zu ihm auf jedem Stück Erde Leben, und er fühlt in allem die Manifestationen einer andern Welt. Da wir nun in unserem physischen Leibe nichts anderes sind als Stücke dieser physischen Welt, haben wir auch ein untergeordnetes physisches Bewußtsein, das hinaufreicht bis in die obere Vernunftwelt, eben bis dahin, wo auch das Bewußtsein der mineralischen Welt liegt.

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Cite: GA 100/1907-06-17/p011 · edition original