{"corpus":"steiner","locus":"GA 100/1907-06-17/p014","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Wenn Sie das Mineral in seiner Form vor sich haben, so bleibt es dasselbe Mineral durch sich selbst. Das ist aber nicht so beim lebendigen Wesen, bei Pflanze, Tier und Mensch. Sobald sich nämlich der Stoff so kompliziert, daß er sich nicht mehr durch sich selbst halten kann, also in sich selbst zerfallen müßte, dann gibt es etwas, was in diesem Stoff wenn er eben zu kompliziert wird, um sich durch sich selbst halten zu können -, etwas, was ihn an diesem Verfall hindert, und dann haben wir das vor uns, was wir ein lebendes Wesen nennen. Daher sagt die Geisteswissenschaft: Ein lebendes Wesen würde von selbst in die einzelnen Komponenten seines Stoffes zerfallen, wenn nicht in ihm selbst der Verhinderer dieses Verfalles vorhanden wäre. Und das, was dieses lebende Wesen jeden Augenblick am Zerfall des Stoffes hindert, also den Verhinderer dieses Zerfalles, nennen wir den Äther- oder Lebensleib, der aber ein Gebilde ganz anderer Natur ist als die physischen Stoffe, aus denen der physische Leib besteht, der aber die Fähigkeit hat, in jedem Lebewesen die komplizierten physischen Stoffe zu bilden und zu erhalten und am Zerfall zu verhindern. Was sich so rein äußerlich in einem Organismus äußert, nennen wir Leben. Dieser Äther- oder Lebensleib oder Bildekräfteleib kann mit physischen Augen nicht wahrgenommen werden, wohl aber durch den ersten Grad der hellseherischen Schau, und die Aufgabe des Sehers ist es, sich so heranzubilden, daß er diesen Ätherleib eben sehen kann, wie wir mit den physischen Augen den physischen Leib sehen. Auch die moderne Naturwissenschaft sucht wohl nach diesem Ätherleib, aber nur durch Spekulation sucht sie sich eine Vorstellung davon zu machen und spricht zum Beispiel von der Lebenskraft, Lebensenergie.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Zweiter Vortrag","site_heading":null,"date":"1907-06-17","location":null,"word_count":279,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/100/1907-06-17/p014","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/100/1907-06-17/p014"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/100/1907-06-17/p014","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}