Dritter Vortrag
Nun ist aber auch die Möglichkeit vorhanden, daß der Mensch nicht nur seinen Astralleib, sondern auch seinen Ätherleib umarbeitet, so daß das Ich auch Herr wird über den Ätherleib. Nur müssen Sie sich klarmachen, daß dieses viel schwieriger ist und langsamer vor sich geht. Der Unterschied der Umarbeitung von Astralleib und Ätherleib ist folgender: Bedenken Sie einmal, was Sie mit acht Jahren gewußt haben, und was Sie seit Ihrer Jugend sich alles angeeignet haben! Der Träger aller dieser Umwandlungen ist der Astralleib; er verändert sich also sozusagen tagtäglich ganz wesentlich durch alles das, was Sie an äußeren Eindrücken in sich aufnehmen. Anders aber ist es mit dem Ätherleib. Wollen Sie sich davon eine Vorstellung machen, dann stellen Sie sich folgendes vor: Waren Sie mit acht Jahren ein jähzorniges Kind, dann sind Sie wahrscheinlich auch heute noch manchmal jähzornig. Nur wenigen Menschen gelingt es, sich so zu verändern, daß sie auch ihre Gewohnheiten, ihre Neigungen, ihr Temperament, ihren Charakter umwandeln. Darin liegt durchaus kein Widerspruch mit dem oben Gesagten. Der Astralleib hat zwar zu tun mit Lust und Leid und unseren Leidenschaften; sind diese Leidenschaften aber zur Gewohnheit, zu sogenannten Charaktereigenschaften geworden, dann liegen sie verankert im Ätherleib; und wenn wir solche Gewohnheiten umwandeln wollen, dann muß sich der Ätherleib umwandeln, denn dieser ist der Träger aller Gewohnheiten und Charaktereigenschaften.
Cite:
GA 100/1907-06-18/p006 · edition original