Dritter Vortrag

GA 100/1907-06-18/p014 ·1907-06-18 · original (original)
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Im Tode tritt im Gegensatz dazu etwas anderes ein. Während in der ganzen Zeit zwischen Geburt und Tod der physische und der Ätherleib ein Ganzes bleiben, trennt sich im Tode nicht nur wie im Schlafe der Astralleib, sondern auch der Ätherleib von dem physischen Leib. Dieser physische Leib ist nun aber — erinnern wir uns an das gestern Gesagte — so kompliziert, daß er, auf sich allein angewiesen, zerfallen muß. Betrachten wir nun einmal mit hellseherischem Blick den Menschen unmittelbar nach dem Tode: vor uns liegt lediglich der physische Leib, und darüber schweben Astralleib und Ätherleib. Da tritt nun unmittelbar nach dem Tode eine eigenartige Erscheinung in der Empfindung des so dahingegangenen Menschen auf: In dem Moment des Todes ersteht nämlich in dem Felde der menschlichen Erinnerung wie ein ausgebreitetes Tableau sein ganzer Lebensgang. Jede kleine, selbst kleinste Begebenheit zieht in Bildern an ihm vorüber. Das kommt ganz naturgemäß daher, weil ja der Ätherleib, neben der oben geschilderten Eigenschaft der Verhinderung einer Zersetzung des physischen Leibes, auch noch der Träger des Gedächtnisses ist. In demselben Moment, wo dieser Ätherleib seiner ersteren Aufgabe enthoben ist, lebt er sich ganz intensiv in diese zweite Aufgabe hinein. Da aber während des Lebens ein jedes Ereignis mit Lust und Schmerz, Freude und Leid verbunden war, infolge der Durchdringung mit dem Astralleibe, erlebt der Mensch jetzt, da sich ja auch der Astralleib von ihm gelöst hat, diese Erinnerungsbilder, das heißt sein ganzes verflossenes Dasein, ohne Empfindung, ohne Gefühl, wie in einem großen Panorama.

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Cite: GA 100/1907-06-18/p014 · edition original