{"corpus":"steiner","locus":"GA 100/1907-06-19/p007","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Sie sehen zum Beispiel im Traume, wie Sie einen Laubfrosch fangen. Sie fühlen ganz genau den glitschigen Laubfrosch: beim Aufwachen fühlen Sie, daß Sie den kalten Bettlakenzipfel in der Hand halten. Oder Sie träumen, Sie wären in einem dumpfen Kellerloch voller Spinnweben; Sie wachen auf, und haben Kopfschmerzen. Oder Sie sehen im Traum Schlangen, und merken beim Aufwachen, daß Sie Schmerzen in den Därmen haben. Oder ein Akademiker träumt eine lange Geschichte von einem Duell vom Anfang der Anrempelung bis zum Schluß des Austragens in der Pistolenforderung: der Schuß fällt - da wacht er auf und merkt, daß der Stuhl umgefallen ist. Aus dem ganzen Ablauf dieses letzten Traumbildes ersehen Sie auch, daß die Zeitverhältnisse ganz andere sind. Nicht nur, daß die Zeit sozusagen nach rückwärts konstruiert wird, sondern auch, daß der ganze Zeitbegriff im Traumerlebnis seine Bedeutung verliert. Man träumt im Bruchteil einer Sekunde ein ganzes Leben, wie ja auch im Augenblick eines Absturzes oder des Ertrinkens unser ganzes Leben vor unserem Seelenauge vorüberzieht. Worauf es aber jetzt in all den angeführten Traumbildern besonders ankommt, ist eben, daß sie Bilder darstellen zu dem, was die Veranlassung dazu ist. So ist es überhaupt in der Astralwelt. Und wir haben Veranlassung, diese Bilder zu deuten. Dasselbe astrale Erlebnis erscheint auch immer als dasselbe Bild, darin ist durchaus Regelmäßigkeit und Harmonie, während die gewöhnlichen Traumbilder chaotisch sind. Man kann sich schließlich in der Astralwelt genausogut wie in der sinnlichen zurechtfinden.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Vierter Vortrag","site_heading":null,"date":"1907-06-19","location":null,"word_count":238,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/100/1907-06-19/p007","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/100/1907-06-19/p007"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/100/1907-06-19/p007","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}