Vierter Vortrag

GA 100/1907-06-19/p018 ·1907-06-19 · original (original)
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Darüber hinaus kommen noch drei höhere Gebiete, die aber der Mensch hier während des Lebens nur durch höhere Einweihung - also nur der Eingeweihte - erreichen kann, und die nach dem Tode auch nur höher entwickelten Individualitäten wahrnehmbar sind. Wenn nun aber ein solch vorgeschrittener Eingeweihter in dieses nächstfolgende höhere Gebiet des Devachan einzutreten vermag, was erlebt er denn da? Zunächst etwas, was man in der Geheimwissenschaft bezeichnet als die Akasha-Chronik. Alles, was in der Welt geschieht und je geschehen ist, wird als Eindruck in einer feinen Stofflichkeit, die unvergänglich ist, erhalten. Ich möchte Ihnen das an einem Beispiel etwas verständlich machen: Ich spreche jetzt zu Ihnen; Sie würden mich aber nicht hören, wenn meine Stimme nicht die Luft in Schwingungen versetzen könnte. So ist also alles, was von mir gesprochen wird, in feinen Bewegungsformen ausgedrückt hier in der Luft. Diese Bewegungsformen vergehen natürlich; aber in jene feine, geistige Stofflichkeit, die wir erleben, wenn wir in jene höhere Welt kommen, da wird alles eingedrückt, was hier sich ereignet, und das bleibt ewig. Jedes Wort, jeder Gedanke, alles, was in der Menschheit je geschehen ist, kann in dieser Akasha-Chronik gelesen werden. Dazu gehört entweder Einweihung oder jener Moment, wo der Mensch nach dem Tode in dieses Gebiet des Devachan kommt, das heißt, wenn er sich so weit entwickelt hat, daß er nach dem Tode dieses immerhin hohe Gebiet des Devachan wahrzunehmen vermag. Dann kann er in die Vergangenheit hineinsehen. Diese Akasha-Chronik ist eine Schrift, in der alles aufbewahrt wird, was jemals geschehen ist. Es ist eigentlich keine Schrift im physischen Sinne, sondern es sind Bilder. Sie sehen zum Beispiel Cäsar in allen Situationen seines Lebens; nicht das, was er eigentlich getan hat, sondern die inneren Impulse, die ihn zu seinen Taten veranlaßt haben. Diese Akasha-Bilder haben einen hohen Grad von Leben, und wenn man sie nicht in der richtigen Weise zu deuten versteht, können sie die Veranlassung zu großen Täuschungen sein. So sind sie zum Beispiel ein Quell von vielen spiritistischen Verirrungen — wenn nämlich in den Sitzungen ein Akasha-Bild erscheint. Wenn Sie zum Beispiel Goethe zitieren und es erscheint das Akasha-Bild vom 25. November 1797 und gibt Ihnen Auskunft über eine Frage: es beantwortet diese in der Weise, wie Goethe die Antwort damals gegeben hätte, wenn ihm am 25. November 1797 die Frage gestellt worden wäre. — Nur der genaue Kenner der geistigen Welt kann erkennen, ob es sich in einem solchen Falle um Wirklichkeit oder Schemen handelt. Aus solchen Schilderungen können Sie entnehmen, wie diese höheren Gebiete der geistigen Welten ausschauen.

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Cite: GA 100/1907-06-19/p018 · edition original