Sechster Vortrag

GA 100/1907-06-21/p012 ·1907-06-21 · original (original)
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So kann der Seher den Volksgeist ansprechen, wie er den andern Menschen anspricht. Heute hat man ja keine richtige Vorstellung von solchen Dingen und glaubt nur, dies Wort bezeichne eine Zusammenfassung der Merkmale der einzelnen Völker; das ist aber nicht wahr, es hat eine reale Wirklichkeit. Durch die materialistische Gesinnung mußte das Verständnis für solche Dinge verlorengehen, aber es wird wieder errungen werden. Heute neigt die Menschheit dazu, solche Dinge als leere Begriffe zu verflüchtigen. Aber das mußte so kommen. Und so mußte in unserer Zeit auch ein Buch geschrieben werden, das sozusagen das Gegenteil von theosophischer Anschauung ist. Dies Buch mußte geschrieben werden, und wird auch viel bewundert, das ist: «Die Kritik der Sprache» von Fritz Mauthner. Fritz Mauthner ist ein Geist, der alles auflöst, was über dem Sinnlichen liegt. Nur ein von allen guten Geistern verlassener radikaler Denker konnte so schreiben, der den Mut hatte, mit allem zu brechen, was Geist und Wirklichkeit ist. Künftige Jahrhunderte werden gerade zu diesem Buche greifen müssen, wenn sie wissen wollen, wie an der Wende dieses Jahrhunderts gedacht wurde.

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