{"corpus":"steiner","locus":"GA 100/1907-06-23/p015","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"So ging die Sonne etwa 800 vor Christus zuerst auf im Sternbilde des Widders; und da der Durchgang der Sonne durch alle Tierkreiszeichen zirka 26000 Jahre braucht, hat sie zum Durchlaufen eines Zeichens den zwölften Teil, also 2200 Jahre nötig. Und mit dem Vorrücken dieses Frühjahrspunktes hängt wirklich die Veränderung im Antlitz unserer Erde zusammen. Also nach einem solchen Zeitraume von etwa 2200 Jahren hat sich das Antlitz der Erde so weit verändert, daß ganz andere Verhältnisse eingetreten sind; deshalb ist dies auch der Zeitraum, in dem der Mensch durchschnittlich zu einer neuen Verkörperung schreitet. Und so verhält es sich auch nach den Beobachtungen der Geheimwissenschaft. Die alten Völker haben mit dem Aufgehen der Sonne im Frühlingspunkt des Widders immer ein deutliches Gefühl verbunden, das sich so umschreiben läßt: Da sendet uns aus dem Sternbild des Widders heraus die Sonne zum ersten Male wieder die Strahlen, welche die Pflanzen aus der Erde hervorzaubern. — Es ist ihnen, als ob das Sternbild des Widders diese Strahlen brächte, und deshalb wurde diesem Sternbild Verehrung entgegengebracht. Gewisse heilige Gefühle hängen zusammen mit der Namengebung dieser Sternbilder. Der Widder sendet Kräfte der Frühlingssonne; daher sahen die Völker der damaligen Zeit im Lamme ein Symbol für diese Kräfte der Wiederbelebung der Natur und Menschenseele. Daran knüpfen sich manche Sagen, so zum Beispiel die von Jason, der das Goldene Vlies holt, das etwas ungeheuer Kostbares für die Menschheit bedeutet. Diese Verehrung des Widders, beziehungsweise des Lammes, beherrscht viele Jahrhunderte und wird vom Christentum übernommen. Deshalb war ursprünglich beim Kruzifix an Stelle des Christus am Kreuz ein Lamm zu sehen. Und deshalb nannte man Christus «das Lamm Gottes».","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Achter Vortrag","site_heading":null,"date":"1907-06-23","location":null,"word_count":271,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/100/1907-06-23/p015","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/100/1907-06-23/p015"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/100/1907-06-23/p015","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}