Neunter Vortrag

GA 100/1907-06-24/p019 ·1907-06-24 · original (original)
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Das Leben der Tiermenschen und der Pflanzentiere auf dem Monde war anders als das Leben der Wesenheiten, die sich aus ihnen auf der Erde entwickelt haben. Die Bewegung des Mondes, der ja schon von der Sonne abgeschnürt war, war eine ganz andere als die Bewegung der heutigen Erde um die Sonne. Jener Mond drehte sich um die Sonne so herum, daß er ihr immer dieselbe Seite zuwendete, wie auch heute noch der Mond der Erde, so daß also der Mond sich nur einmal um sich selbst drehte, während er um die Sonne kreiste. Daher waren alle Wesenheiten in ganz anderer Weise von dem Sonnendasein abhängig, als sie es heute auf der Erde sind. Während der ganzen Umlaufzeit des Mondes um die Sonne war es auf der einen Seite immer Tag, auf der andern eine Art Nacht. Die Wesen, die damals schon ihren Ort verlassen konnten, wanderten in einer Art von Kreis um den Mond herum, so daß sie eine Zeit hatten, in der sie unter den Einfluß des Mondes kamen. Die Zeit, in der sie unter dem Einfluß der Sonne standen, war die Zeit, in der sie sich fortpflanzten. Es gab schon damals eine Fortpflanzung. Bei den Mondmenschen gab es noch nicht die Möglichkeit, daß sie durch Töne ihren Schmerz, ihre Lust ausgedrückt hätten; was sie ausdrückten, hatte eine mehr kosmische Bedeutung. Die Sonnenzeit war die Zeit der Brunst, die aber, wenn sie durchlebt wurde, verknüpft war mit einem furchtbaren Geschrei der Wesen, und das hat sich heute noch erhalten bei den Tieren.

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