Elfter Vortrag

GA 100/1907-06-26/p010 ·1907-06-26 · original (original)
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Damals konnte noch nicht die Rede sein von einer Anlage zum Ich. Der Mensch war noch in bezug auf alles, was er tat, unter der Leitung höherer geistiger Mächte. Wir können ihn etwa vergleichen mit dem heutigen Tiere. Unsere heutigen Tiere sehen wir geisteswissenschaftlich etwa in folgender Weise an: Vom Tiere unterscheidet sich der Mensch dadurch, daß er eine individuelle Seele hat; jeder Mensch hat seine individuelle Seele, sein individuelles Ich. Das ist nicht so beim Tier; da haben ganze Gruppen von Tieren eine Seele. Zum Beispiel alle Tiere, die zur Löwenart gehören, haben eine Seele, und die lebt in der Astralwelt. Ebenso haben alle Tiere, die Tigerart haben, eine Seele zusammen. Daher sprechen wir beim Tiere von Gruppenseelen. Alle Pferde zusammen haben eine Gruppenseele; die gehören zusammen. Wie die einzelnen Finger zur Hand, so verhalten sich die Tiere zu ihrer Gruppenseele. Daher können wir auch nicht von einer individuellen Verantwortlichkeit sprechen. Erst wenn eine individuelle Seele vorhanden ist, sprechen wir davon, daß eine Seele gut oder böse sein kann. Der Mensch der damaligen Zeit hatte noch eine Art Gruppenseele, die noch im Schoße der Gottheit lagerte. So daß wir uns klar sein müssen: was heute in uns lebt, gab es auch damals schon, aber nicht im Menschenkörper drinnen. Der Mensch hat seinen Ursprung in zwei Strömungen: Was vom Mond herübergekommen war und sich weiter ausgebildet hatte, war der Tiermensch da unten; aber was heute in Ihnen lebt als einzelne Seele, das war oben, bei der Gottheit, nur Ihr Leib war unten, im Urmeer. Später haben sich die beiden vereinigt; da stieg die Seele herunter und durchgeistigte Ihren Leib als individuelle Seele.

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