Elfter Vortrag

GA 100/1907-06-26/p028 ·1907-06-26 · original (original)
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Der nächste Zeitraum unserer nachatlantischen Kultur wird zwar noch mehr Entdeckungen bringen; aber der Mensch wird in der äußeren Welt immer mehr nur die Buchstaben sehen. Ein wahres Christentum wird von der Außenwelt so sprechen, wie wir von dem sprechen, was verdichteter Geist ist, und aus der Materie heraus wird uns der Geist wiederum aufgehen. Nicht werden wir von der Außenwelt sagen, sie sei Illusion, wir werden sie völlig haben und nichts verlieren, und dennoch hinaufsteigen zu geistig Höherem. Und zu dieser Entwickelung wird das Christentum den größten Beitrag zu liefern haben. Schon in dem sechsten Zeitraum wird das, was heute für wenige verkündet wird, imstande sein, große Menschenmassen zu ergreifen und sie mit sich fortzureißen; und damit wird die Menschheit die Einsicht erlangen in die geistige Welt. Was heute Gedanke ist, wird in der Zukunft eine Kraft sein. In der sechsten Kulturperiode werden viele diese Gedankenkraft haben. Was sich heute theosophisches Christentum nennt, wird sich ausbreiten über große Menschenmassen. Immer kräftiger werden diese Gedanken werden; schöpferisch werden sie wirken bis auf die menschliche Gestalt. — Früher hat der menschliche Leib ganz anders ausgesehen als heute; Sie wären erstaunt, wenn ich Ihnen diesen früheren Leib schildern würde. Aber dadurch, daß der Körper noch weich war, hatte das Ich einen viel größeren Einfluß auf dessen Gestaltung. Von dem Einfluß des Willens der Seele auf den menschlichen Leib ist dem Menschen heute nur noch ein ganz spärlicher Rest zurückgeblieben: Wenn Sie einen Schreck erleben, werden Sie bleich, weil der innere Seelenzustand bis ins Blut dringt; die Körperfarbe verändert sich. Aber Sie könnten bei andern Körperzuständen sehen, wie wenig Gewalt nur der Mensch heute über seinen Körper hat. Beim Aufstieg wird das wiederum anders werden; der Körper wird sich immer weicher und weicher gestalten, und der Mensch wird wieder seinen Einfluß auf den Leib gewinnen, wenn er in sich immer kräftiger die Gedanken werden läßt, die heute erst spärlich auftreten; die werden dann den Körper selbst umgestalten können. Der Mensch wird wiederum seinen Körper selbst bilden können, allerdings erst in einer sehr fernen Zukunft.

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