{"corpus":"steiner","locus":"GA 100/1907-06-27/p025","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Wer daher ein Christ im richtigen geisteswissenschaftlichen Sinne sein will, ist es dadurch, daß er an die Gottheit des Christus Jesus selbst glaubt. Die ersten Jünger sagten nicht nur: Wir sind hinausgeschickt, daß wir die Worte verkünden sollen -, sondern sie sollten von seinem Dasein Zeugnis ablegen: «Wir haben die Worte selbst gehört und haben unsere Hände in seine Wunden gelegt.» Auf das Dasein kommt es an. Denken Sie sich bei den andern Religionen die Religionsstifter weg, Sie würden nichts dabei verlieren. Denken Sie sich den Christus Jesus weg — und das Christentum wäre nicht da! Das ist der Unterschied. Deshalb mögen die Menschen, wie Darwin, Strauß, Drews und so weiter noch so viel verkünden, daß man alle andern Religionslehren im Christentum wiederfinden könne, darauf kommt es nicht an; sondern darauf, daß Er da war, und daß Er das, was in den Propheten vorherverkündet war, als eine Tatsache darstellte. So ist das Christentum nicht Lehre, sondern Kraft. Wenn Sie sich auf einen andern Planeten von hier erheben könnten, würden Sie nicht nur die Erde, sondern auch den Äther- und Astralleib der Erde sehen, die geistige Erde außer der physischen; und könnten Sie auf diesem Stern durch Jahrtausende weilen, schon von der Zeit an vor dem Erscheinen des Christus Jesus, dann würden Sie gesehen haben, wie in dem Geist der Erde selber sich die Farbe des Astralleibes verändert hat dadurch, daß der Christus Jesus da war. Die Erde ist wirklich verändert; und die Menschen, die nach der Erscheinung des Christus Jesus leben, leben auf einer veränderten Erde und sind deshalb fähig geworden, den tiefsten Herabstieg des Geistes zu überwinden. Früher mußte man in die Geisteswelt erhoben werden, wenn man davon etwas wissen wollte; im Christentum ist das Mysterium selbst herabgestiegen. Für physische Augen war es da als historisches Ereignis. Die Gottheit mußte herabsteigen, um die Menschheit aus der physischen Welt wieder in die geistige hinaufzuführen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Zwolfter Vortrag","site_heading":null,"date":"1907-06-27","location":null,"word_count":314,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/100/1907-06-27/p025","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/100/1907-06-27/p025"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/100/1907-06-27/p025","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}