Dritter Vortrag
Wie äußert sich das? Sehr merkwürdig. Während früher die Tendenz des Astralleibes dahin gegangen ist, das Wesen mehr und mehr zu verhärten, gleichsam einen Schlußpunkt in der Entwickelung des Knochensystems zu setzen, behält der Astralleib des Menschen eine Kraft zurück, eine Tendenz, wiederum zu erweichen, so daß ein Fortschreiten der Entwickelung wiederum möglich ist. Gäbe es das nicht, würde alles das, was fest werden kann, in das menschliche Knochensystem einfließen, so gäbe es keinen menschlichen Fortschritt, keine Kultur. Ebenso wie die tierische Art keinen Fortschritt kennt - die Art der Löwen, der Tiger ist fertig, abgeschlossen -, so würde es auch beim Menschen sein. Der Mensch aber kann mit dem abgesonderten Teil des Astralleibes wiederum das zurücknehmen, was sich verhärtet hat. Neben der Tendenz der Verhärtung, der Knochenbildung, ist im menschlichen Leibe immer die Tendenz vorhanden, etwas zurückzubehalten, so daß neue Organe gebildet werden können, die weich sind. Das ist außerordentlich wichtig zu beachten. Diese Tendenz ist beim Tiere nicht vorhanden.
Cite:
GA 101/1907-10-21/p025 · edition original