Dritter Vortrag
Man kann leicht die Beobachtung machen, daß manche Erscheinungen im Leben vorkommen, die man schwer miteinander verbinden kann, wenn man sie nicht vom Standpunkt der Geisteswissenschaft aus betrachtet. Wer zum Beispiel das sogenannte Kindbettfieber beobachtet, kann finden, daß es meistens mit schadhaften Zähnen verbunden ist. Frauen, die Kindbettfieber haben, haben oft schadhafte Zähne. Warum? Weil diese zwei Tendenzen - die Tendenz zur Verhärtung, die sich in der Zahnbildung ausdrückt, und die Tendenz, sich fortzuentwickeln, sich aufzuschließen und über sich hinauszuwachsen, die in der Reproduktionskraft, in der Fortpflanzung zum Ausdruck kommt - zusammenhängen. Ist die eine geschädigt, so ist auch die andere mit geschädigt.
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GA 101/1907-10-21/p027 · edition original