{"corpus":"steiner","locus":"GA 101/1907-10-21/p028","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Überall im menschlichen Leben tritt uns das entgegen, wie diese zwei Tendenzen, die nach Verhärtung und die nach dem Weichbleiben gewisser Organe, zusammenhängen. Es ist wichtig, daß diese zwei Tendenzen sich ausgleichen. Man muß das Leben so einzurichten trachten, daß sie sich die Waage halten, denn durch die Kulturverhältnisse, in die der Mensch hineingestellt ist, kommt es oft zu wesentlichen Veränderungen. Holt man zum Beispiel Landarbeiter vom Land weg, aus einem Leben in der freien Natur, aus einer Umgebung, in der schon ihre Vorfahren lebten, und verpflanzt sie in die Stadt, beschäftigt sie in Fabriken und so weiter, so verlieren sie durch die ganz veränderten Lebensbedingungen das Zusammenstimmen, das Äquilibrium zwischen den verhärtenden und erweichenden Kräften in ihrem Organismus. Und was ist die Folge? Eine der beiden Tendenzen wird dann die Oberhand gewinnen, entweder die verhärtenden oder die erweichenden Kräfte. Das sind die Ursachen in der geistigen Welt; die Wirkungen in der physischen Welt können Sie selbst sehen. Nehmen Sie an, die erweichenden Kräfte nehmen die Oberhand, dann treten Kulturkrankheiten auf wie Rachitis und ähnliche Krankheiten. Wenn dagegen die verhärtenden Tendenzen die Oberhand erlangen, dann werden gewisse Weichteile des Organismus anfangen, sich in ganz merkwürdiger Weise zu verhärten. Wenn der Verhärtungsprozeß in ungeeigneter Weise in den Vordergrund tritt, dann entsteht die Tuberkulose. Bei Tieren, die in der Natur leben, finden Sie solche Krankheiten nicht. Versetzen Sie sie aber aus ihrer gewohnten Umgebung in die unsere, zum Beispiel Affen, und sperren Sie sie auch noch ein, da bekommen sie sehr häufig Tuberkulose und gehen in der Gefangenschaft daran zugrunde. Warum geschieht das? Weil da die Verhärtungstendenzen überwiegen, wenn der Affe in eine Umgebung gestellt ist, in die er nicht hineinpaßt.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Dritter Vortrag","site_heading":null,"date":"1907-10-21","location":null,"word_count":279,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/101/1907-10-21/p028","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/101/1907-10-21/p028"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/101/1907-10-21/p028","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}