Christmas: A contemplation out of the Wisdom of Life

GA 101/1907-12-13/p026 ·1907-12-13 · original (original)
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Wir brauchen uns nur zu erinnern, was ein paar Wochen vorher schon gesagt worden ist in bezug auf Schmerz und Lust in der Pflanzenwelt. Wer diese Dinge beobachten kann, der weiß, daß, wenn man eine Pflanze soweit es die oberen Teile betrifft verletzt, diese Verletzung nicht mit einem Schmerzgefühl unseres Erdorganismus verbunden ist. Es bereitet der Erde ein Wohlgefühl. Das ist dann so, wie wenn das Kalb an der Mutterkuh saugt, was auch mit Wollustgefühl verbunden ist. Denn das, was von der Erde heraussproßt von den Pflanzen, wenn es auch fest ist, dieses aus der Erde heraussprossende Grün ist für den Erdorganismus zu vergleichen mit der Milch des tierischen Organismus. Und wenn im Herbst der Schnitter mit der Sense durch die Halme schneidet, ist das nicht bloß ein abstrakter Vorgang für den, der die Ideen der Geisteswissenschaft zu Empfindungen der Seele zu vertiefen versteht, sondern der Schnitt der Sense bedeutet einen Hauch von Wollust, der hingeht über den Acker, und das ganze Mähen des Getreides übersät das Feld mit Lustgefühlen.

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Cite: GA 101/1907-12-13/p026 · edition original