{"corpus":"steiner","locus":"GA 101/1907-12-29/p008","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Wir wollen uns einmal eine schematische Zeichnung machen. Manches wird ja durch unrichtiges symbolisches Zeichnen unklar. So genügt es zwar für das Verständnis gewisser Verhältnisse, wenn man den physischen Plan, den Astralplan und den Devachanplan übereinander zeichnet; richtiger ist es aber, sich die physische Welt als eine in sich geschlossene Sphäre vorzustellen, wo das Astralische ringsherum ist, und das Devachanische dann wieder um dieses herum. Statt horizontale Schichten zu zeichnen, ist es gut, die Sache so (siehe Zeichnung) zu zeichnen, weil dies eine Möglichkeit bietet, zwei Gebiete des Astralplanes voneinander zu unterscheiden. Wenn wir in zwei ganz bestimmte Gebiete des Astralplanes hineinschauen, die wir mit dem Pfeil 1 hier bezeichnen, so gibt es in der astralen Welt für das, was wir hier auf der Erde das Männliche und das Weibliche nennen, die beiden Gegensätze «Form» und «Leben». Form und Leben sind Gegensätze auf dem Astralplan. Nun würden wir aber, wenn wir auf dem Astralplan Form und Leben treffen wollen, sie nur treffen, wenn wir in dieser Richtung (von der Mitte nach oben, siehe Pfeil 2) gehen. Gehen wir nach der anderen Seite (Mitte nach unten, siehe Pfeil 3), so treffen wir dort keineswegs den wohltätigen Gegensatz von Form und Leben an, sondern wir treffen den Gegensatz «Verwesung» und «Krankheit» an. Wenn wir also von der physischen Welt ausgehen, treffen wir auf dem Astralplan nach oben den Gegensatz Form und Leben; dem entspricht in der astralen Welt nach unten, also gleichsam unter das Physische hinuntergehend, der Gegensatz von Verwesung und Krankheit. Immer wenn wir nach der einen Seite gehen, wo wir für die physische Welt wohltätige Eigenschaften sehen, entsprechen diesen auf der anderen Seite für die physische Welt zerstörende, schädliche Einflüsse. Da haben wir jetzt eine Möglichkeit, zu unterscheiden zwischen den Teilen des Astralplanes. Auf die menschliche Seele wirken tatsächlich zwei ganz voneinander verschiedene Gebiete des Astralplanes. Wenn wir uns eine Vorstellung davon bilden wollen, wie diese zwei ganz verschiedenen Gebiete auf die Seele wirken, müssen wir uns denken, daß wir beim Menschen haben: den physischen Leib, den Ätherleib, den Astralleib; und je nach deren Ausbildung, die ja öfter beschrieben worden ist: Manas oder Geistselbst, Budhi oder Lebensgeist, und Atma oder den Geistesmenschen; und zwischen drinnen haben wir, vom Ich erfüllt, das Seelische. So daß wir in gewisser Beziehung unterscheiden können: Leib - der eigentlich die drei Leiber umfaßt -, Seele und Geist. Nun spiegeln sich in der Seele die drei unteren Glieder Astralleib, Ätherleib und physischer Leib. Insofern sich physischer Leib, Ätherleib und Astralleib in ihrer ursprünglichen Art spiegeln, versetzen sie in die Seele des Menschen niedere, herunterziehende Eigenschaften. Aber es spiegelt sich im Menschen auch das, was das Obere ist: Manas, Budhi, Atma, und dadurch haben wir in der Seele ebenso heraufziehende, läuternde Elemente. Im strengen Christentum wußte man auch von dieser zweifachen Art der Spiegelung in der menschlichen Seele. Man sah, es spiegelt sich die höhere Menschennatur in der Seele, oder es spiegelt sich die untere Natur in der Seele. Das ahnten manche, auch wenn es nicht Esoteriker waren. Deshalb sagte man: Wenn der Mensch zum Tode kommt, nimmt er die Spiegelung der geistigen Welt als die Gesetzessammlung des Moses wahr; und wenn sich das Untere in der Seele spiegelt, wird der Seele im Tode vom Teufel das Sündenregister vorgelesen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Bildhafte Vorstellungen als notwendiges Erziehungsmittel zur Geistesschulung","site_heading":null,"date":"1907-12-29","location":null,"word_count":542,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/101/1907-12-29/p008","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/101/1907-12-29/p008"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/101/1907-12-29/p008","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}