Erster Vortrag

GA 102/1908-01-06/p033 ·1908-01-06 · original (original)
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So haben in den Mythen, soweit sie von Eingeweihten stammen, Eingeweihte die großen Weisheiten des Daseins zum Ausdruck gebracht. Es gibt keine aus den Mysterien heraus geschöpfte Mythe, die nicht wirklich tiefe Weisheit zum Ausdruck bringt, die wir auch wiederum nachprüfen können. Da stehen wir dann, wenn wir, ausgerüstet mit den Tatsachen der Geheimwissenschaft, an die Mythen herantreten, in Ehrfurcht vor diesen Mythen, die, wie man mit Recht sagt, die höheren geistigen Wesenheiten dem Menschen geoffenbart haben, damit die Menschen zuerst im Bilde lernen, was sie in späteren Zeiten in klaren Vorstellungen erlangen sollen. Das ist es, was immer mehr herauskommen wird: daß die Mythen Weisheit enthalten, und daß, wenn man auf irgendeinem Gebiete des Lebens die tiefste Weisheit dargestellt finden will, man zur Mythe gehen muß. Das haben diejenigen erkannt, die Werke aus den Tiefen der Kunst heraus geschaffen haben. So liegt zum Beispiel dem ganzen Verhältnis Richard Wagners zum Mythos tiefe Wahrheit zugrunde, wenn sie bei ihm auch in künstlerischer Weise zum Ausdruck gekommen ist. Unsere Zeit wird wieder hinaufsteigen von einer bloßen physischen Alktäglichkeit zu einer vollgeistigen Strömung. Wenn Sie so hineinsehen in das, was in unserer Zeit pulsiert, dann werden Sie die Aufgabe der Geisteswissenschaft in einem immer tieferen Sinne erfassen.

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