Dritter Vortrag
Wir haben gesehen, daß, wenn die Sonne mit der Erde verbunden geblieben wäre, der Mensch sich in der raschen Folge der Entwickelung verzehrt haben würde; würde bloß der Mond mit seinen Kräften wirken, würde der Mensch mumifiziert werden. Gerade durch den Zusammenklang von Sonnen- und Mondkräften entstand jenes Gleichgewicht, das den Menschen in seinem heutigen Entwickelungstempo erhält. Als die Erde herübergekommen war von dem alten Mond, hatte der Mensch von dem Saturn her seinen physischen Leib, von der Sonne her seinen Ätherleib und vom Mond her seinen astralischen Leib. Aber weil der Mensch die drei Leiber hatte, und jetzt der Same mit den drei Leibern aufging, hatte er eine ganz andere Gestalt. Sie würden große Augen machen, wenn ich Ihnen die schildern wollte; denn die Gestalt, die der Mensch heute hat, entstand ganz langsam und allmählich von dem Zeitpunkte der Mondentrennung an. Aber die schlechten, minderwertigen Kräfte des Mondes hätten dem Menschen nicht die heutige Gestalt geben können. Gestalt hätten sie ihm schon geben können, aber eine minderwertige. Wenn die Mondkräfte mit der Erde verbunden geblieben wären, hätten sie den Menschen in einer Gestalt festgehalten. Daraus sehen Sie schon, daß von dem Monde die Kräfte ausgehen müssen, die die Gestalt geben, während von der Sonne die Kräfte ausgehen, die fortwährend die Gestalt verändern. Aber damit der Mensch seine heutige Gestalt erhalten konnte, mußte ein Gestaltenbildner vom Mond aus wirken. Das war gar nicht anders möglich. So geht dazumal die Entwickelung des Ich-Menschen an. Das vierte Glied der menschlichen Wesenheit beginnt, und Jahve gibt dem Menschen den Keim zu einer solchen Gestalt, daß der Mensch ein Ich-Träger werden kann.
Cite:
GA 102/1908-02-15/p023 · edition original