{"corpus":"steiner","locus":"GA 102/1908-02-29/p022","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Der physische Leib hat damals durchaus nicht so wie heute aus Knochen, Fleisch und Blut bestanden, sondern es war eine ganz weiche Anlage, auch noch ohne Knorpel, und durchzogen wurde dieser Leib wie von magnetischen Strömen. So war der physische Leib da, dann war da der Ätherleib als der nächste, und dann der astralische Leib, der mit dem Ich befruchtet wird. Diese Befruchtung müssen wir uns so vorstellen, daß etwas wie ein Loch, wie ein Einschnitt am astralischen Leib entsteht, wie eine Einstülpung. Das ist tatsächlich auch der Fall, daß so etwas wie eine Öffnung oben am astralischen Leib entsteht durch den Hineinfluß des Ich, eine Offnung bis auf den Ätherleib (siehe Zeichnung S. 74). Das hat eine große Bedeutung und eine große Wirkung gehabt, und die Folge davon ist, daß die erste dämmerhafte Wahrnehmung einer physischen Außenwelt auftritt. In früheren Zuständen nahm der Mensch nichts anderes wahr, als was in seinem Inneren lebte; er war wie hermetisch nach außen abgeschlossen. Nur sich selbst nahm er wahr, und was in seinem Inneren vorging. Jetzt erst öffnete sich ihm der Blick auf eine physische Außenwelt. Ganz selbständig war aber der Mensch noch nicht. Vieles wurde für ihn noch reguliert von anderen, göttlichen Wesenheiten, mit denen er im Zusammenhang stand. Es war noch nicht so, daß der Mensch gleich alles sehen konnte, was um ihn herum war, so wie es heute der Fall ist; sondern weil nur sein astralischer Leib geöffnet war, nahm er auch nur mit diesem Leibe wahr. Es war das ein ganz dämmerhaftes Hellsehen, das darin bestand, daß wenn in dieser alten Vorzeit der Mensch sich hinbewegte über die Erde, er dasjenige wahrnahm, was außer seiner Körperlichkeit war, und zwar, insofern es ihm sympathisch oder unsympathisch, nützlich oder schädlich war. Er nahm, wenn er sich so hinbewegte, zum Beispiel ein grellrotes Farbenbild wahr, das als ein aurisches Farbenbild aufstieg; denn es war erst sein astralischer Leib geöffnet. Jetzt wußte er, wenn da ein rotes Farbenbild aufstieg: da ist ein Wesen in der Nähe, das mir gefährlich ist! Und wenn ein blau-rotes Farbenbild ihm entgegentrat, wußte er, daß er da hingehen konnte. So richtete er sich nach diesen dämmerhaften hellseherischen Wahrnehmungen. Nur das Seelische nahm er wahr; dasjenige, was zum Beispiel in den heutigen Pflanzen vorhanden ist, nahm er noch nicht wahr. Nur das, was als Seelisches in anderen Menschen und in den Tieren vorhanden war, und allerdings auch die Gruppenseelen, nahm er wahr. Das war also die erste Befruchtung mit dem Ich.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Vierter Vortrag","site_heading":null,"date":"1908-02-29","location":null,"word_count":413,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/102/1908-02-29/p022","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/102/1908-02-29/p022"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/102/1908-02-29/p022"}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}