Sechster Vortrag
Es muß zugegeben werden, daß, wenn jemand aus dem bloßen Intellekt heraus die folgenden Verhältnisse schildern wollte als eine bloße Wiederholung der vorhergehenden, er wahrscheinlich eine Schilderung gegeben haben würde, die das Gegenteil des wirklich Gewesenen bedeutet hätte. Denn der Verstand würde so schließen, daß in schablonenhafter Weise auf der Erde zuerst wiederholt wird, was auf dem Saturn, dann, was auf der Sonne, und dann, was auf dem Mond durchgemacht wurde, und daß dann erst das Blutsystem herauskäme. Es ist schon öfter von mir betont worden, daß man im Okkultismus in der Regel fehlgeht und greuliche Irrtümer begehen kann, wenn man nicht aus den okkulten Tatsachen heraus schildert, sondern sich auf den bloßen Intellekt, auf irgendwelche bloß logischen Schlüsse einläßt. Denn wenn man in der Akasha-Chronik die Entwickelung von Saturn, Sonne und Mond verfolgt, ist es tatsächlich so, daß man sagen muß: auf dem Saturn ist veranlagt eine Art Sinnessystem, auf der Sonne ein Drüsensystem, auf dem Mond ein Nervensystem, und mit der Erde kommt das Blut hinzu. Verfolgt man dann die okkulten Tatsachen weiter, so ist es auf der Erde so, daß zuerst eine Art Blutsystem erscheint, dann ein Drüsensystem, ein Nervensystem, und dann erst bildet sich heraus, was als das Sinnessystem in dieser für die Erdenverhältnisse brauchbaren Gestalt erscheint. Wenn man also von Wiederholungen sprechen will, müßte man den Tatsachen entsprechend von einer umgekehrten Wiederholung reden. Was früher dargestellt worden ist, und was in dem letzten Vortrag dargestellt worden ist, das entspringt keiner Spekulation, sondern das entspricht wirklichen Tatsachen, und da stellt sich eine solche Umkehrung bei dem Tatbestand heraus, und das macht die Wiederholung um vieles komplizierter.
Cite:
GA 102/1908-03-24/p005 · edition original