Sechster Vortrag
Da kommen wir schon auf unserer Erde dahin, daß der Mensch eine Art von Gruppenbewußtsein hatte, das seiner Gruppenseele anhaftete. Würden wir zurückgehen bis zum alten Mond, wo der Mensch nicht ein so begrenztes, im Gruppenbewußtsein eingebettetes Ich hatte, sondern wo er überhaupt noch kein Ich hatte, wo er noch aus physischem Leib, Ätherleib und astralischem Leib bestand, da würden wir finden, daß das Bewußtsein auf diesem alten Mond nicht ein kleineres war, sondern gewaltige, große Gruppen umfaßte, daß in der Tat umfassende Gruppenseelen dem Menschengeschlecht des Mondes zugrunde lagen. Diese Gruppenseelen des Mondes, die sozusagen die einzelnen Mondmenschen nur wie ihre Glieder hinstellten auf dem Mond, waren weise Seelen. Wir haben ja auch die Tiergruppenseelen auf der Erde beschrieben, und haben dabei auch die Weisheit als ein hervorstechendes Merkmal gefunden. Diese Gruppenseelen des Mondes haben dazumal unserem Planeten in seiner vorhergehenden Verkörperung jene Weisheit eingepflanzt, die wir heute kennen und bewundern. Und wenn wir heute bewundern, wie jedes Knochenstück, wie Herz und Gehirn, wie jedes Pflanzenblatt durchzogen und durchtränkt ist von Weisheit, dann wissen wir, daß jene Weisheit von den Gruppenseelen, die in der Atmosphäre des alten Mondes waren, herunterträufelte - wie die Wolken heute den Regen herunterträufeln lassen — und sich eingliederte allen Wesen, die sie als Anlage aufnahmen und sie wieder herausbrachten, als sie nach dem Pralaya auf der Erde wieder entstanden. Also weisheitsvolle, umfassende Gruppenseelen waren auf dem Mond vorhanden.
Cite:
GA 102/1908-03-24/p010 · edition original