The Festivals and Their Meaning II: Easter

GA 102/1908-04-13/p014 ·1908-04-13 · original (original)
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Dann kam die atlantische Flut, und auf gingen die späteren nachatlantischen Kulturen, jene Kulturen, die ich Ihnen oft geschildert habe, die wir nennen die alte indische Kultur, innerhalb welcher die heiligen Rishis selber die Menschen gelehrt haben, die alte persische, die chaldäisch-assyrisch-babylonisch-ägyptische Kultur, dann die griechisch-lateinische und endlich unsere Kultur. Wollen wir heute die Stimmung schildern, in der die Menschen in der nachatlantischen Zeit und zum Teil auch schon in den letzten Zeiten der atlantischen Epoche waren, so tritt uns diese Stimmung so entgegen: Überall waren die Völker, auch die, welche nach dem Osten gezogen waren und sich dort angesiedelt haben als die Nachkommen der atlantischen Völker, noch im Besitz der alten Erinnerungen, der alten Sagen und Mythen, welche wiedergaben, was die Menschen in einer früheren Zeit, in einem früheren Bewußtseinszustande der atlantischen Zeit erlebt haben. Diesen Sagenschatz hatten sich die Völker aus der atlantischen Zeit mitgebracht, und sie bewahrten und erzählten ihn. Das war dasjenige, was sie erfüllte, und die ältesten Bewohner des Nordens spürten durchaus noch die Kraft, die aus den Sagen und Mythen zu ihnen sprach, weil die ältesten Ahnen die Erinnerung daran hatten, daß einst die Vorfahren selbst das geschen hatten, was da erzählt wird. Noch etwas anderes wurde innerhalb dieser Völker bewahrt, was zwar die Völker nicht erlebt haben, was aber diejenigen erlebt haben, welche die Eingeweihten jener alten Zeiten waren, die Mysterienpriester und Mysterienweisen. Sie hatten geistig hineinschauen dürfen in dieselben Tiefen des Weltendaseins, die heute wiederum durch die Geistesforschung erschlossen werden. Sie hatten hineinschauen dürfen, weil die Seelenzustände der menschlichen Vorfahren innerhalb der Eingeweihtenschaft geradeso waren, wie die der Volksseele, die in den alten Zeiten noch mitten darin lebte in der geistigen Welt. Wenn auch in dämmerhafter Weise, so war doch jener hellsehende Zustand in jenen alten Zeiten noch vorhanden. Bewahrten sich so die Völker ihre Sagen und Märchen und Mythen auf, die in vielfach gebrochenen Strahlen das zeigten, was früher erlebt worden war, so wurde in der uralten Weisheit dasjenige bewahrt, was in den Mysterien erschaut wurde, was in den alten Zeiten gepflegt worden war: eine umfassende Weltanschauung, die dann in den Mysterien denen, die eingeweiht wurden, zum unmittelbaren individuellen Bewußtsein gebracht werden konnte. Nur noch künstlich konnte man in den alten Mysterien jene Zustände hervorrufen, die in den alten Zeiten natürlich waren.

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