The Festivals and Their Meaning II: Easter
Untergetaucht ist der Mensch in seinen physischen Leib zum Zwecke, die Außenwelt zu erfahren, zu erleben mit den physischen Sinnen, um dasjenige, was er draußen erlebt mit den physischen Sinnen, hineinzunehmen in seine Geistigkeit, um sie künftigen Evolutionsstufen entgegenzuführen. Nun sind wir aber jetzt, insofern wir hinuntergetaucht sind in den physischen Leib, weil wir die Mitte unserer nachatlantischen Kulturen überschritten haben, in einem ganz besonderen Falle. Noch nicht alle, aber zahlreiche Menschen sind schon in diesem Falle. Alle Entwickelung innerhalb der Menschheit geht in merkwürdiger Weise vor sich. Sie geht sozusagen bis zu einem gewissen Punkte voran, und von da ab geht sie dann in entgegengesetzter Richtung. Nachdem die Entwickelung bis zu einem gewissen Punkte heruntergestiegen ist, steigt sie wieder hinauf und kommt wieder an denselben Etappen an, nur in einer höheren Form, so daß der Mensch heute tatsächlich vor einer merkwürdigen Zukunft steht: vor der Zukunft - das weiß jeder, der diese tief bedeutsame Tatsache der Menschheitsentwickelung kennt -, daß sich sein Ätherleib nach und nach wieder lockert, nachdem er untergetaucht war in den physischen Leib, in welchem er in scharfen Grenzen und Formen alles dasjenige wahrgenommen hat, was in der physischen Welt heute wahrzunehmen ist. Der Ätherleib muß sich wieder lockern, muß sich wieder herausheben, damit der Mensch zu der Vergeistigung aufsteigen kann und in der geistigen Welt wahrnehmen kann. Tatsächlich ist die Menschheit heute schon wiederum an dem Punkte, wo bei einem großen Teil der menschlichen Individuen die Ätherleiber sich wieder lockern.
Cite:
GA 102/1908-04-13/p024 · edition original