Zehnter Vortrag
So sehen wir, wie das, was menschliche Weisheit ist, eingewoben und eingeprägt ist dem ganzen Erdenwesen. Wir könnten die Erde Stück für Stück durchgehen und würden in der Tat überall diese Weisheit finden. Aber nur bis zu einem gewissen Punkt ist das Verhältnis des Tieres zu seiner Gruppenseele das, was es, wenn ich es so sagen darf, vom kosmischen Gesichtspunkt aus eigentlich sein soll. Welches ist dieses Verhältnis der Gruppenseele zu dem einzelnen Tier? Denken Sie die Gruppenseele irgendeiner Insektenart. Wenn das einzelne Insekt stirbt, ist es für die Gruppenseele gar nicht anders, als wenn Ihnen ein Haar ausfällt oder ein Nagel abgeschnitten wird. Die Tiere, die immer neu sich bilden, sind nur ausgetauschte neue Glieder der tierischen Gruppenseele. So können Sie Tierreihen weit hinauf verfolgen, und Sie werden finden, daß das, was auf dem physischen Plan ist, wie eine sich immer auflösende und wieder neu sich bildende Wolke erscheint. Es metamorphosiert sich das physische Dasein und der Gruppengeist erneuert nur das, was sich bei ihm nach unten ansetzt. Das geht bis zu einer gewissen Stufe. Dann tritt etwas Neues ein. Bei höheren Tieren — und je mehr Sie gerade zu höheren Tieren gehen, immer mehr - tritt etwas ein, was gar nicht mehr dem recht ähnlich sieht, was ich Ihnen eben beschrieben habe, Nehmen wir zum Beispiel den Affen. Der Affe nimmt von dem Gruppengeist zuviel hinunter in die einzelne Gestalt, die unten ist; und während sonst beim niederen Tier alles wieder zurückgeht in den Gruppengeist, behält der Affe, weil er zu kompliziert geworden ist, in seiner physischen Organisation etwas zurück. Da ist zuviel eingeflossen vom Gruppengeist, das kann nicht wieder zurück. Das ist der fortschreitende Gruppengeist. Er wirkt so, daß er bei den niederen Tieren ein Glied schafft; dann saugt er das ganze Wesen wieder auf, erzeugt ein neues, saugt das wieder auf und so weiter. Beim Löwen ist das auch so. Wenn Sie aber zum Beispiel einen Affen nehmen, da erzeugt die Gruppenseele den Affen, aber der Affe nimmt aus der Gruppenseele etwas heraus, das kann nicht wieder zurück. Während es beim Löwen, wenn er stirbt, so ist, daß das Physische sich auflöst und das Seelische wieder in den Gruppengeist zurückgeht, ist es beim Affen so, daß dasjenige, was er vom Gruppengeist abschnürt, nicht wieder zurück kann. Beim Menschen haben Sie das Ich so, daß es von Inkarnation zu Inkarnation geht und fähig ist, sich zu entwickeln, weil es neue Inkarnationen annehmen kann. Das haben Sie beim Affen nicht. Die Affen können aber auch nicht wieder zurück. Daher wirkt auf das naive Gemüt der Affe so sonderbar, weil er in der Wirklichkeit ein von dem Gruppengeist abgeschnürtes Wesen ist; es kann nicht mehr zum Gruppengeist zurück, aber es kann sich auch nicht selbst neu inkarnieren. Beuteltiere sind eine andere Art solcher Tiere, die etwas aus dem Gruppengeist herausreißen. Dasjenige nun, was von diesen sozusagen individuellen Tierseelen zurückbleibt, was sich aber auch nicht wieder inkarnieren kann, das ist der wahre Ursprung einer vierten Gruppe von Elementargeistern. Das sind abgeschnürte Teile solcher Tiere, die nicht wieder zum Gruppengeist zurückkommen können, weil sie in der Evolution den normalen Punkt übersprungen haben. Von zahlreichen Tieren bleiben solche ichartige Wesenheiten zurück, und das sind dann die Salamander. Das ist die höchste Form der Naturgeister, denn sie ist ich-artig.
Cite:
GA 102/1908-05-16/p025 · edition original