Elfter Vortrag

GA 102/1908-06-01/p005 ·1908-06-01 · original (original)
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Wenn zum Beispiel der aufgeklärte Mensch sagt: Da spricht man uns von Elementarwesenheiten, die man Sylphen, auch Lemuren nennt; solche Dinge gibt es nicht! - so müßte man ihm eine allerdings sonderbare und paradox klingende Antwort geben: Du siehst diese Dinge deswegen nicht, weil du dich der Entwickelung derjenigen Erkenntnisorgane verschließt, die dich zur Anerkennung dieser Wesenheiten bringen würden. Aber frage einmal die Biene oder, mit anderen Worten, die Seele des Bienenkorbes! Die könnte sich dem Dasein von Sylphen oder Lemuren nicht verschließen! Denn die Elementarwesenheiten, die mit diesen Namen bezeichnet werden, halten sich an ganz bestimmten Orten auf, namentlich da, wo eine gewisse Berührung des Tierreiches mit dem Pflanzenreich stattfindet, und auch da nicht etwa überall, sondern an Orten, wo diese Berührung unter gewissen Verhältnissen stattfindet. Wenn-der Ochs Gras frißt, findet allerdings auch eine Berührung des Tierreiches mit dem Pflanzenreich statt; aber das ist sozusagen eine nüchtern-reguläre, die ganz im regulären Fortgang der Evolution liegt. Auf einem ganz anderen Blatt der Weltenevolution steht jene Berührung, die zwischen der Biene und der Blüte stattfindet, und zwar deshalb, weil Biene und Blüte in der Organisation viel weiter auseinander sind und nachträglich wieder zusammenkommen, und weil bei der Berührung von Biene und Blüte - allerdings nur für den Okkultisten - eine ganz wunderbare Kraft entwickelt wird. Es gehört - wenn man den Ausdruck gebrauchen darf, aber wir haben ja für diese subtilen Dinge so wenig treffende Ausdrücke — zu den interessanten Beobachtungen der geistig-übersinnlichen Welten jene eigentümliche aurische Hülle, die immer entsteht, wenn eine Biene oder ein anderes solches Insekt an einer Blüte saugt. Das eigentümliche, eigenartige Erlebnis, welches das Bienlein hat, wenn es an der Blüte saugt, ist nicht etwa nur in den Kauwerkzeugen oder in dem Leib der Biene vorhanden; sondern was da als Geschmacksaustausch entsteht zwischen Biene und Blüte, verbreitet etwas wie eine kleine ätherische Aura. Jedesmal, wenn das Bienlein saugt, gibt es eine solche kleine ätherische Aura, und immer, wenn so etwas entsteht in der übersinnlichen Welt, kommen die Wesen, die so etwas brauchen, herbei. Sie werden dadurch angezogen; denn sie finden da, wenn wir es wieder grob ausdrücken wollen, ihre Nahrung.

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Cite: GA 102/1908-06-01/p005 · edition original