Dreizehnter Vortrag
Daneben erschien ihm das Bild des Symphonikers, und er erschaute in der Symphonie die Wiedergabe dessen, was in der Seele lebt in der ganzen Empfindungsskala von Leid und Schmerz, Lust und Seligkeit in allen Nuancen. In der Symphonie lebt es sich aus, so sagte er sich, aber es wird nicht Handlung, es tritt nicht heraus in den Raum. Und es stellte sich vor seine Seele hin ein Bild, was ihm gleichsam die Empfindung nahebrachte, daß einmal dieses Innere im künstlerischen Schaffen wie zersprungen ist, um nach außen auszuströmen. Beethoven bleibt in seinem Schaffen im musikalischen Rahmen, aus dem er nur einmal heraustritt, in der Neunten Symphonie, wo die Gefühle so mächtig angeschwollen sind, daß sie sich durch das Wort Bahn brechen.
Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/102/1908-06-11/p025.json
Cite:
Cite:
GA 102/1908-06-11/p025 · edition original