Dreizehnter Vortrag
Aus diesen beiden Künstlererscheinungen entsprang in seiner Seele die Vision: Beethoven und Shakespeare in einem! - Und wir müßten einen langen Weg gehen, wenn wir zeigen wollten, wie Richard Wagner durch seine eigenartige Behandlung des Orchesters jenen großen Einklang zu schaffen versuchte zwischen Shakespeare und Beethoven, daß das Innere sich auslebt im Ton und zu gleicher Zeit hineinfließt in die Handlung. Die Profansprache war ihm nicht genug; denn sie ist das Ausdrucksmittel für die Vorgänge des physischen Planes. Jene Sprache, die allein in den Tönen des Gesanges gegeben werden kann, wird ihm das Ausdrucksmittel für das, was über das Physisch-Menschliche als ein Übermenschliches hinauswächst.
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GA 102/1908-06-11/p026 · edition original