Dreizehnter Vortrag

GA 102/1908-06-11/p031 ·1908-06-11 · original (original)
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Versuchen wir das, was als geringer Empfindungsimpuls in unserer Seele lebt, wenn wir zusammensitzen, im Geiste zu erweitern, wie etwa der Christen Gedanken sich hatten erweitern können zu den Bogenwundern des späteren Domes. Denken wir uns das in solchen Stunden, wo wir beisammen sind, nach außen sich erweitern und hinausgetragen in die Welt. Dann haben wir jene Impulse in uns, die wir haben sollen, wenn wir uns bewußt sind, daß Theosophie nicht eine Liebhaberei sein soll für einzelne, die zusammensitzen, sondern etwas, was hinausgetragen werden soll in die Welt. Die Seelen, die hier in ihren Leibern sitzen, werden, wenn sie wiederverkörpert erscheinen, mancherlei von dem schon verwirklicht finden, was heute in ihnen lebt. Solche Gedanken nehmen wir mit, wenn wir in einer Saison zum letztenmal zusammen sind und die geisteswissenschaftlichen Gedanken des Winters verarbeiten. Setzen wir die geisteswissenschaftlichen Gedanken so um, daß sie als Kulturimpulse wirken sollen. Versuchen wir, unsere Seele so mit Empfindungen und Gefühlen zu durchtränken, und lassen wir das dem Sommersonnenschein entgegenleben, der uns von außen, im Physischen, die wirkende kosmische Kraft zeigt. Dann wird unsere Seele immer mehr die Stimmung erhalten und fähig sein, dasjenige in die äußere Welt zu tragen, was sie in den geistigen Welten erlebt. Das gehört dazu zur Entwickelung des Theosophen. So werden wir wieder ein Stück vorwärtskommen, wenn wir solche Gefühle und Empfindungen mit uns nehmen und mit ihnen die Stärkung des Sommers aufnehmen.

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