{"corpus":"steiner","locus":"GA 103/1908-05-19/p004","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Nur ganz kurz brauchen wir uns einmal das Wesen des Menschen vor Augen zu führen, wie dieses Wesen sich uns darstellt in der geisteswissenschaftlichen Betrachtung, zunächst für die Zeit vom Morgen, wenn der Mensch aufwacht, bis zum Abend, wenn der Mensch wiederum in Schlaf versinkt. Wir wissen, daß der Mensch besteht aus dem physischen Leib, dem Äther- oder Lebensleib, dem Astralleib und dem Ich. Diese vier Glieder der menschlichen Wesenheit sind aber in derjenigen Verbindung, die wir ihnen normalerweise für den Wachzustand zuschreiben, wirklich nur so da während dieses Wachzustandes. Insbesondere ist notwendig, daß wir uns vor die Seele rücken, daß während des Schlafzustandes in der Nacht der Mensch im Grunde genommen eine ganz andere Wesenheit ist; denn seine vier Glieder sind dann in einer ganz anderen Art zusammengefügt als während des Tagwachens. Wenn der Mensch schläft, liegen der physische Leib und der Ätherleib im Bette; der Astralleib und das Ich sind in einer gewissen Weise losgelöst aus dem Zusammenhang mit dem physischen Leibe und dem Ätherleibe, sind also — wenn wir das Wort nicht im rein räumlichen, sondern im geistigen Sinne verstehen — außerhalb des physischen Leibes und des Ätherleibes. So ist also der Mensch während der Nacht eine Wesenheit, die eigentlich aus zwei Teilen besteht: aus dem, was im Bette liegen geblieben ist, und dem, was sich aus dem physischen Leibe und dem Ätherleibe herausgetrennt hat. Nun müssen wir uns vor allen Dingen klarmachen, daß während der Nacht - von dem Augenblicke, wo der Mensch einschläft, bis zu dem Augenblicke, wo er am Morgen wieder aufwacht — dasjenige, was im Bette liegen bleibt, der physische und der Ätherleib, wenn sie verlassen würden von dem, was sie den Tag hindurch erfüllt - von dem, was im Astralleib und im Ich lebt -, daß sie dann als solche gar nicht bestehen könnten. Und hier ist es, wo wir uns ein wenig tiefer in die Weltgeheimnisse einlassen müssen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Zweiter Vortrag","site_heading":null,"date":"1908-05-19","location":null,"word_count":317,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/103/1908-05-19/p004","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/103/1908-05-19/p004"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/103/1908-05-19/p004"}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}