Fünfter Vortrag
Um es zu erklären, erinnern wir uns daran, was der Mensch zunächst eigentlich ist. Wir haben gesagt, daß der Mensch ein verschiedener ist bei Tag und bei Nacht. Bei Tag sind die vier Glieder des Menschen: physischer Leib, Ätherleib, astralischer Leib und Ich, in einer festen Verbindung miteinander. Sie wirken aufeinander. Wir dürfen sagen, wenn der Mensch wacht bei Tage, dann wird in einer gewissen Weise seine physische Körperlichkeit und seine ätherische Leiblichkeit von seinem Astralisch-Geistigen und von seinem IchGeistigen durchdrungen und versorgt. Aber wir haben auch gezeigt, wie in dem Ätherisch-Leiblichen und in dem Physisch-Körperlichen noch etwas anderes wirksam sein muß, damit der Mensch überhaupt bestehen kann in seiner heutigen Entwickelungsphase. Denn wir haben uns darauf besonnen, daß der Mensch jede Nacht dasjenige, was selbst seinen physischen Leib und seinen Ätherleib versorgt, nämlich Astralleib und Ich, herauszieht und so seinen physischen Leib und Ätherleib die ganze Nacht über ihrem eigenen Schicksale überläßt. Treulos verlassen Sie alle jede Nacht Ihren physischen Leib und Ihren Ätherleib. Daraus werden Sie erkennen, daß die Geisteswissenschaft mit einem gewissen Recht darauf hinweist, daß göttlichgeistige Mächte und Kräfte in der Nacht diesen physischen Leib, diesen Ätherleib durchströmen, so daß also Ihr physischer Leib und Ätherleib sozusagen in die göttlich-geistigen Kräfte und Wesenheiten eingeschaltet sind. Wir haben auch darauf hingewiesen, daß gerade, wenn der astralische Leib und das Ich in alten Zeiten - in den Zeiten, die wir die Jahve- oder Jehovazeit nannten — außerhalb des physischen Leibes und Ätherleibes waren, daß da Jehova inspirierend wirkte. Das wahre Licht aber, die Fülle der Gottheit oder der Elohim, das Pleroma, ist es, was auch den physischen Leib und den Ätherleib immer durchstrahlt; nur kann es der Mensch nicht erkennen, weil er ja von dem Christus-Prinzip noch nicht den dazu notwendigen Impuls erhalten hat vor dem Erscheinen dieses Prinzipes auf der Erde. Diejenigen Prinzipien, die im physischen Leibe zum Ausdruck kommen sollen, sie wohnen im höheren Geistigen, im Devachan. Die geistigen Wesenheiten und Mächte, die auf den physischen Leib wirken, sind zu Hause in den höheren himmlischen Sphären, in dem höheren Devachan; und diejenigen Mächte, die auf den Ätherleib wirken, sind in den niederen himmlischen Sphären zu Hause. So können wir sagen: In diesen physischen Leib hinein wirken fortwährend Wesenheiten aus den höchsten Regionen des Devachan, und auf den Ätherleib wirken fortwährend Wesenheiten aus den niederen Regionen des Devachan. Sie kann der Mensch erst erkennen, wenn er die Impulse des Christus in sich aufnimmt: Lernt ihr den Menschensohn wirklich erkennen, dann werdet ihr erkennen, wie die geistigen Kräfte am Menschen auf- und niedersteigen aus den himmlischen Sphären. Das wird euch kund werden durch den Impuls, den der Christus der Erde gibt!
Cite:
GA 103/1908-05-23/p018 · edition original