Fünfter Vortrag

GA 103/1908-05-23/p039 ·1908-05-23 · original (original)
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Aus der Erzählung von dem Königischen ergibt sich weiter: Nicht nur das, was sich durch die Blutsbande zusammenschließt in Volksheiraten, sondern auch das, was nach Blutsbanden sich in Stände sondert, durchbricht der Christus. Zu denen kommt er, deren Ich sozusagen entwurzelt ist: Er heilt den Sohn des Königischen, der ihm eigentlich nach Auffassung der Juden fremd ist. Überall werden Sie darauf hingewiesen, daß Christus der Missionar ist von dem selbständigen Ich, das sich in jeder Menschenindividualität findet. Daher darf er auch sagen: Ich spreche, wenn ich von mir spreche, in höherem Sinne gar nicht von meinem in mir darin sitzenden Ich, sondern wenn ich von dem «Ich-bin» spreche, so spreche ich von einer Wesenheit, von etwas, was jeder in sich findet. Mein Ich ist eins mit dem Vater; aber das Ich überhaupt, das in jeder Persönlichkeit ist, ist eins mit dem Vater. — Das ist auch der tiefere Sinn der Unterweisung, die der Christus der Samariterin am Brunnen gibt. Ich möchte Sie vor allem an ein Wort erinnern, das Ihnen ein tiefes Verständnis eröffnen kann, wenn Sie es richtig verstehen: die Stelle des 31.bis 34. Verses im 3.Kapitel, die natürlich so gelesen werden muß, daß man sich bewußt ist, Johannes der Täufer sagt diese Worte:

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