Fünfter Vortrag
das heißt über die Form der Taufe. Wenn man eine solche Frage in diesem Kreise erhob, sprach man immer vom Zusammenhange mit dem Göttlichen und von dem Untertauchen des Menschen in die Materie, und wie man nach der alten Gottesidee mit dem Göttlichen durch die Gruppenseele verbunden war. Da kamen die anderen und sagten zu Johannes: Der Jesus tauft aber auch! Und da muß ihnen Johannes erst klarmachen, daß das, was durch den Jesus in die Welt kommt, etwas ganz Besonderes ist. Und er macht es ihnen klar dadurch, daß er sagt: Der Jesus lehrt nicht jenen Zusammenhang, der durch die alte Taufe symbolisiert wird, sondern er lehrt, wie der Mensch durch die freie Gabe des selbständig gewordenen Ichs selbst geführt wird; und jeder muß in sich selbst das «Ich-bin», den Gott, entdecken, nur dadurch kommt er in die Lage, das Göttliche in sich zu finden. - Wenn diese Worte so gelesen werden, dann wird der Zuhörer gewahr, daß Er selbst, daß das «Ich-bin» von Gott gesandt ist. Ein solcher, der von Gott gesandt ist, der entsendet wird zum Entzünden des «Gottes» in dieser Art, der verkündet auch den Gott in dem wahren Sinne, nicht mehr nach der Blutsverwandtschaft.
Cite:
GA 103/1908-05-23/p044 · edition original