Siebenter Vortrag

GA 103/1908-05-26/p019 ·1908-05-26 · original (original)
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Eine unendliche Vertiefung der Abendmahlsidee wird uns im Sinne des Johannes-Evangeliums zuteil, wenn wir also wissen vom Christus, dem Erdengeist, und von dem Brot, das dem Leib der Erde entnommen ist. Christus weist darauf hin und sagt: «Dies ist mein Leib.» (Markus 14, 22) Wie das Muskelfleisch des Menschen zum Leib der menschlichen Seele gehört, so gehört das Brot zum Leibe der Erde, das heißt zum Leibe des Christus. Und die Säfte, die durch die Pflanzen ziehen, durch die Weinrebe pulsieren, sie sind dem Blute gleich, das durch den Menschenleib pulst. Und der Christus darf hinweisen darauf und sagen: «Dies ist mein Blut!» (Markus 14, 24). Nur wer nicht verstehen oder keine Anlage haben will zum Verstehen, der kann glauben, daß durch diese wahrhaftige Erklärung das Abendmahl etwas verlöre von der Heiligkeit, die mit dem Abendmahl verbunden ist. Wer aber verstehen will, wird sich sagen: Nichts verliert es hierdurch an Heiligkeit, aber der ganze Erdenplanet wird durch diese Auslegung geheiligt! Und welche gewaltigen Gefühle sind es, die durch unsere Seele ziehen können, wenn wir soin dem Abendmahl das größte Mysterium der Erde erblicken können: die Verbindung des Ereignisses von Golgatha mit der ganzen Evolution der Erde; wenn wir so lernen im Abendmahl zu fühlen, daß das Herausfließen des Blutes aus den Wunden des Erlösers nicht bloß eine menschliche, sondern eine kosmische Bedeutung hat, daß es nämlich der Erde die Kraft gibt, ihre Evolution weiterzubringen.

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