Siebenter Vortrag

GA 103/1908-05-26/p022 ·1908-05-26 · original (original)
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Wir müssen uns, um das klar zu durchschauen, noch einmal vor die Seele stellen, wie eigentlich die Entwickelung der Menschheit geschieht. Dieser Mensch besteht ja aus physischem Leibe, Ätherleibe, astralischem Leibe und Ich. Wie geschieht seine Entwickelung? Dadurch, daß der Mensch von seinem Ich aus nach und nach die drei anderen Glieder durcharbeitet, durchläutert, durchkraftet. Das Ich ist berufen dazu, den astralischen Leib nach und nach zu läutern, zu reinigen, auf eine höhere Stufe zu heben. Wenn der ganze astralische Leib durchläutert, durchkraftet sein wird mit der eigenen Kraft des Ich, wird er sein das Geistselbst oder Manas. Wenn der Äther- oder Lebensleib ganz und gar durchgearbeitet, durchkraftet sein wird mit der Kraft des Ich, wird er sein die Buddhi oder der Lebensgeist. Wenn der physische Leib ganz und gar überwunden, besiegt sein wird vom Ich, wird er sein Atma oder der Geistesmensch. Und dann wird der Mensch das Ziel erreicht haben, das ihm zunächst bevorsteht. Aber das wird erst in einer fernen Zukunfterreicht. Außerdem ist das, was so geschildert wird, daß der Mensch, der aus den vier Gliedern: physischer Leib, Ätherleib, astralischer Leib und Ich, besteht und von seinem Ich aus die drei andern Glieder umarbeitet zum Geistselbst, Lebensgeist und Geistesmenschen, so gemeint, daß dabei das Ich vollbewußt arbeitet. Das ist aber bei dem heutigen Menschen zum großen Teil noch gar nicht der Fall. Vollbewußt fängt der heutige Mensch im Grunde genommen erst ein wenig an, sein Manas hineinzuarbeiten in seinen astralischen Leib. Dabei ist der Mensch jetzt. Aber unbewußt, durch die Hilfe höherer Wesenheiten, hat der Mensch schon während der Erdentwickelung seine drei niederen Glieder bearbeitet. Er hat in alten Zeiten unbewußt bearbeitet seinen astralischen Leib, und es ist der astralische Leib dadurch durchsetzt mit der Empfindungsseele. Unbewußt hat das Ich hineingearbeitet in den Ätherleib, und dieser unbewußt umgeformte Ätherleib ist dasjenige, was Sie in einem systematischen Zusarmmenhange in der «’Theosophie» geschildert finden als Verstandesscele; und was unbewußt das Ich am physischen Leib gearbeitet hat, ist das, was Sie dort genannt finden Bewußtseinsseele. Die Bewußtseinsscele also ist entstanden damals gegen das Ende der atlantischen Zeit, als der Ätherleib, der früher in bezug auf seinen Kopfteil noch außerhalb des physischen Leibes war, sich allmählich ganz hineinzog in den physischen Leib. Dadurch lernte der Mensch «Ich» auszusprechen. So lebte sich der Mensch allmählich hinüber mit seinen Gliedern in die nachatlantische Zeit.

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Cite: GA 103/1908-05-26/p022 · edition original