Siebenter Vortrag

GA 103/1908-05-26/p028 ·1908-05-26 · original (original)
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Sehen wir einmal, ob der Schreiber des Johannes-Evangeliums die Sache so verstanden erzählt. Wie erzählt er es? Der Blinde ist da, Christus nimmt Erde, speichelt sie ein und legt sie ihm auf — den mit seinem Geist durchsetzten Leib legt er dem Blinden auf. Mit dieser Schilderung (9, 6) zeigt der Schreiber des Johannes-Evangeliums ein Mysterium, das er genau kennt. Und nun müssen wir — mit Außerachtlassung aller Vorurteile - einmal genauer von diesem einen der großen Zeichen des Christus Jesus sprechen, damit wir die Natur einer solchen Sache genau kennenlernen und uns nicht darum kümmern, daß unsere ganz gescheiten Zeitgenossen das, was jetzt gesagt wird, für Wahnsinn, für Toorheit halten. Sondern wir dürfen das einmal sagen, daß es große, gewaltige Geheimnisse in der Welt gibt, die heute dem Menschen noch nicht anstehen. Die heutigen Menschen, wären sie auch noch so entwickelt, sie sind nicht stark genug, die großen Mysterien auch zu tun. Wissen kann man von ihnen, einsehen kann man sie, wenn man sie geistig erleben kann; aber sie umsetzen ins Physische, dazu ist unser so tief in die Materie heruntergestiegener Mensch nicht fähig.

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Cite: GA 103/1908-05-26/p028 · edition original