Neunter Vortrag

GA 103/1908-05-29/p011 ·1908-05-29 · original (original)
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Solange in der atlantischen Zeit der Mensch hinausgesehen hat in einer Art träumerischen, hellseherischen Bewußtseins, hat er eigentlich nicht recht achtgegeben auf sein Inneres. Da war die Innenwelt, die mit dem Ich oder «Ich-bin» umfaßt wird, für ihn noch nicht etwas in scharfen Konturen Gezeichnetes. In demselben Maße, als die geistige Welt entschwand, wurde der Mensch sich seiner eigenen Geistigkeit bewußt. In der altindischen Kultur war gegenüber der eigenen Geistigkeit noch eine sonderbare Stimmung. Man sagte: Wollen wir in die geistige Welt eindringen, uns über die Illusion erheben, dann müssen wir uns selbst verlieren in der geistigen Welt, müssen möglichst auslöschen das «Ich-bin» und aufgehen in dem All-Geist, in dem Brahman. - So war es insbesondere bei der alten Einweihung ein Verlieren des Persönlichen. Ein unpersönliches Aufgehen in der geistigen Welt ist vor allem das, was die älteste Form der Einweihung auszeichnet.

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