Elfter Vortrag

GA 103/1908-05-30/p013 ·1908-05-30 · original (original)
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Wodurch wird ein Mensch fähig, in die geistigen Welten hineinzuschauen? Nun, wodurch sind Sie fähig geworden, die physische Welt wahrzunehmen? Der physische Leib hat Sinnesorgane dafür. Wenn Sie die Menschheitsentwickelung weit zurück verfolgen, dann werden Sie finden, daß in Urzeiten der Mensch noch nicht Augen zum Sehen, Ohren zum Hören hatte in der physischen Welt, sondern daß das alles noch «undifferenzierte, gleichgültige Organe» waren, wie Goethe sagt. Zum Beweis dafür können Sie daran denken, wie gewisse niedere Tiere heute noch diese gleichgültigen Organe haben. Punkte haben gewisse niedere Tiere, wodurch sie nur Licht und Dunkel unterscheiden können. Und aus diesen gleichgültigen Organen ist nach und nach herausplastiziert, herausgeformt worden, was Auge und Ohr ist. Das ist hineingearbeitet worden in die plastische Substanz des physischen Leibes. Und indem Ihr Auge ausmodelliert worden ist, entstand für Sie die physische Welt der Farben, indem Ihr Ohr herausmodelliert worden ist, entstand die physische Welt der Töne.

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