Zwölfter Vortrag
Nun aber kommt etwas anderes in Betracht, das ist, daß dann, wenn diese Katharsis eingetreten ist, wenn im astralischen Leibe ausgebildet sind die astralen Sinnesorgane, das Ganze abgedrückt werden muß im Ätherleibe. Nun hat man in den vorchristlichen Einweihungen die Sache so gemacht: Nachdem der Schüler die entsprechenden Vorübungen durchgemacht hatte, die man ihn oft jahrelang hat durchmachen lassen, sagte man: Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, wo der astralische Leib so weit ist, daß er seine astralen Erkenntnisorgane hat; jetzt können diese ihren Abdruck erfahren im Ätherleib. - Da wurde dann der betreffende Schüler einer Prozedur unterworfen, die heute — wenigstens für unsere Kulturepoche — nicht nur nicht notwendig ist, sondern auch nicht im Ernst ausführbar ist. Er wurde durch dtreieinhalb Tage hindurch in einen lethargischen Zustand gebracht. Da wurde er so behandelt, daß nicht nur das für ihn eintrat in diesen dreieinhalb Tagen, was jede Nacht im Schlaf eintritt: daß der astralische Leib aus dem physischen Leib und dem Ätherleib heraustritt, sondern es wurde bis zu einem gewissen Grade auch der Ätherleib herausgehoben, und es wurde auch dafür Sorge getragen, daß der physische Leib intakt blieb und der Betreffende nicht inzwischen starb. Jetzt war der Ätherleib befreit von den Kräften des physischen Leibes, die auf ihn wirken. Man hatte jetzt sozusagen den Ätherleib elastisch und plastisch, und wenn man jetzt in ihn hineinsenkte, was im astralischen Leibe an Sinnesorganen ausgebildet war, dann erhielt der Ätherleib einen Abdruck des ganzen Astralleibes. Wenn dann der Betreffende durch den Hierophanten wieder in den Normalzustand . gebracht wurde, wenn Astralleib und Ich wieder mit dem physischen Leib und Ätherleib vereinigt wurden — das war eine Prozedur, die der Hierophant-Initiator verstand -, dann war für ihn nicht nur die Katharsis da, sondern auch das, was man die « Erleuchtung » nennt, «Photismos ». Der Betreffende konnte jetzt in der Welt, die um ihn herum war, alle diejenigen Dinge wahrnehmen, die nicht nur physischsinnlich sind, sondern er konnte die geistigen Wahrnehmungsorgane gebrauchen, das heißt, er sah das Geistige und konnte es wahrnehmen. Aus diesen zwei Vorgängen, der Reinigung oder Läuterung und der Erleuchtung, bestand im wesentlichen die Einweihung.
Cite:
GA 103/1908-05-31/p006 · edition original