Geisteswissenschaft, Evangelium und Menschheitszukunft

GA 104/1908-06-17/p023 ·1908-06-17 · original (original)
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So war es innerhalb der Menschheit bis zu der Erscheinung der größten Wesenheit, die über den Erdball geschritten ist, des Christus Jesus. Mit seiner Erscheinung tritt ein neues Element in die Entwickelung ein. Wenn wir uns klarmachen wollen, worin das wesentlich Neue, das der Menschheit durch den Christus Jesus geschenkt worden ist, besteht, dann müssen wir beachten, daß in allen vorchristlichen Einweihungsstätten der Mensch so eingeweiht wurde, daß ein völliges Herausgehen aus der übrigen menschheitlichen Entwickelung notwendig war, ein Arbeiten an seiner Seele in Stätten des tiefsten Geheimnisses. Und wir müssen uns vor allen Dingen klarmachen, daß noch immer etwas vorhanden war im Bewußtsein des Menschen von einem Überrest, wenn er sich wiederum heraufhob in die geistige Welt, jenes alten, bloß traumhaften Bilderbewußtseins. Der Mensch mußte hinwegeilen aus dieser Welt der Sinne, um in die geistige Welt eintreten zu können. Daß das heute nicht mehr notwendig ist, das wurde herbeigeführt durch die Erscheinung des Christus Jesus auf der Erde. Dadurch, daß das Christus-Prinzip in die Menschheit eingetreten ist, ist das Zentralwesen, das Mittelpunktswesen der geistigen Welt geschichtlich, historisch in einem Menschen einmal auf dieser Erde dagewesen, dasselbe Wesen, nach dem sich gesehnt haben alle diejenigen, die ein religiöses Leben entwickelt haben, die geschaut haben in den Einweihungsstätten, die weggeschritten sind von der sinnlichen Welt, um in die geistige Welt einzutreten. Das Wesen, von dem verkündet worden ist, daß ihm der Mensch als seinem Höchsten gegenübersteht, das ist mit dem Christus Jesus in die Menschheitsgeschichte eingetreten. Und derjenige, der etwas versteht von echter Geisteswissenschaft, weiß, daß alle religiöse Verkündigung vor dem Erscheinen des Christus Jesus eine Vorverkündigung des Christus Jesus ist.

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