{"corpus":"steiner","locus":"GA 104/1908-06-17/p024","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Wenn die alten Eingeweihten von dem Höchsten haben sprechen wollen, was ihnen in der Geisteswelt zugänglich war, was sie haben schauen können als den Urgrund aller Dinge, dann haben sie in den verschiedensten Namen von dem Christus Jesus gesprochen. Wir brauchen uns nur an ein Beispiel, an das Alte Testament zu erinnern, das auch eine Vorherverkündigung ist. Wir erinnern uns daran, wie Moses, als er sein Volk führen sollte, den Auftrag erhielt: Sage deinem Volke, daß das, was du tun sollst, der Herr, der Gott, dir gesagt hat. — Da sagt Moses: Wie werden mir die Leute glauben, wie werde ich ihnen eine Überzeugung beibringen können? Was muß ich sagen, wenn sie mich fragen: Wer hat dich geschickt? — Und es wird ihm der Auftrag: Sage, der «Ich-bin», der hat dich geschickt. — Lesen Sie es nach und vergleichen Sie es, so genau Sie können, mit dem Urtext. Sie werden sehen, um was es sich dabei handelt. Der «Ich-bin», was soll das heißen? Der «Ich-bin» ist der Name für die göttliche Wesenheit, das Christus-Prinzip des Menschen, für die Wesenheit, die der Mensch einem Tropfen, einem Funken nach in sich spürt, wenn er «Ich bin» sagen kann. Der Stein kann nicht «Ich bin» sagen, die Pflanze kann nicht «Ich bin», das Tier kann nicht «Ich bin» sagen. Der Mensch ist die Krone der Schöpfung dadurch, daß er zu sich «Ich bin» sagen kann, daß er einen Namen sprechen kann, der für keinen anderen gültig ist als für den, der ihn ausspricht. «Ich» können Sie sich nur selbst nennen. Kein anderer kann Sie «Ich» nennen. Hier spricht die Seele mit sich selbst, in jenem Worte, wo hinein nur ein Wesen Zugang hat, das durch keinen äußeren Sinn, auf keinem äußeren Weg zu der Seele kommt. Hier spricht der Gott. Daher wurde der Name «Ich-bin» der Gottheit, welche die Welt erfüllt, gegeben. Sage, der «Ich-bin» hat es dir gesagt! — so sollte Moses seinem Volke sagen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Geisteswissenschaft, Evangelium und Menschheitszukunft","site_heading":null,"date":"1908-06-17","location":null,"word_count":323,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/104/1908-06-17/p024","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/104/1908-06-17/p024"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/104/1908-06-17/p024","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}