Geisteswissenschaft, Evangelium und Menschheitszukunft

GA 104/1908-06-17/p034 ·1908-06-17 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Es ist viel leichter, dieser Persönlichkeit die Gottheit abzuleugnen, als so zu empfinden. Darin besteht der Unterschied einer gewissen Lehre der ersten Zeit des Christentums von dem, was man inneres Christentum nennt, der Unterschied zwischen Gnosis und esoterischem Christentum. Die Gnosis erkennt Christus in seiner Göttlichkeit zwar an, aber sie hatte sich nie aufschwingen können bis zu der Anschauung, daß das «Wort» Fleisch geworden ist und unter uns gewohnt hat, so wie es der Schreiber des Johannes-Evangeliums betont. Er sagt: Nicht nur als etwas, was bloß im Unsichtbaren zu begreifen ist, sollt ihr den Christus Jesus ansehen, sondern als das Wort, das Fleisch geworden ist und unter uns gewohnt hat. Ihr sollt wissen, daß mit dieser menschlichen Persönlichkeit eine Kraft erschienen ist, die in fernste Zukunft hinein wirken wird, die die wirkliche, geistige Liebe als eine Kraft um den Erdkreis herumspinnen wird, die da wirkt und lebt in allem, das in die Zukunft hinein lebt. — Und übergibt sich der Mensch dieser Kraft, dann wächst er in die geistige Welt hinein, aus der er heruntergestiegen ist. Wieder hinaufsteigen wird er bis dahin, wohinein der Eingeweihte heute schon schauen kann. Abstreifen wird der Mensch das Sinnliche, wenn er in die geistige Welt eindringt.

Read this passage in another edition
DEoriginal
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/104/1908-06-17/p034.json
Cite: GA 104/1908-06-17/p034 · edition original