{"corpus":"steiner","locus":"GA 104/1908-06-18/p012","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Und nunmehr wollen wir alles, was über das Historische der Apokalypse zu sagen ist, uns für die Zeit aufsparen, wo wir das, was in der Apokalypse liegt, begriffen haben, das heißt, wir wollen es auf die letzten Vorträge verschieben. Für den, der sich schon ein wenig in die Anthroposophie hineingefunden hat, kann es keinen Zweifel darüber geben, daß schon mit den Einleitungsworten der Apokalypse darauf hingewiesen wird, was sie sein soll. Wir brauchen uns nur zu erinnern, daß es heißt: Der, von dem der Inhalt der Apokalypse herrührt, ist hinversetzt worden in eine InselEinsamkeit, die von jeher mit einer Art heiliger Atmosphäre durchdrungen war, an eine Stätte alter Mysterienkultur. Und wenn uns gesagt wird, daß derselbe, der den Inhalt der Apokalypse gibt, im Geiste war und daß er das, was er gibt, im Geiste wahrgenommen hat, so mag uns das zunächst ein Hinweis darauf sein, daß der Inhalt der Apokalypse einem höheren Bewußtseinszustand entstammt, den der Mensch durch die Entwickelung der inneren Seelenschöpfungsfähigkeit erreicht, durch die Einweihung. Was man nicht innerhalb der Sinneswelt sehen und hören kann, nicht mit äußeren Sinnen wahrnehmen kann, ist in der Weise, wie es durch das Christentum der Welt mitgeteilt werden konnte, in der sogenannten geheimen Offenbarung des Johannes enthalten. Also die Schilderung einer Einweihung, einer christlichen Einweihung haben wir in der Apokalypse des Johannes vor uns. Wir brauchen uns nur einmal, man möchte sagen, flüchtig vor die Seele zu rufen, was Einweihung ist. Wir werden ja immer tiefer eindringen in dieses Thema, in die Frage: Was geht innerhalb der Einweihung vor? — und immer tiefer werden wir die Frage behandeln: Wie verhält sich Einweihung zu dem Inhalt der Apokalypse? — Aber wir werden zunächst etwas wie eine Kohlenzeichnung in groben Strichen hinstellen, und dann erst werden wir an die Ausmalung der Einzelheiten gehen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Erster Vortrag","site_heading":null,"date":"1908-06-18","location":null,"word_count":299,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/104/1908-06-18/p012","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/104/1908-06-18/p012"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/104/1908-06-18/p012"}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}