Dritter Vortrag

GA 104/1908-06-20/p011 ·1908-06-20 · original (original)
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Was der alte Inder noch als Maja angesprochen hat, wovor er geflohen ist, wovon er sich zurücksehnte, das sprachen diejenigen, die der zweiten Epoche angehörten, als ihr Arbeitsfeld an, als etwas, was sie zu bearbeiten hatten. Und so haben wir jetzt die uralt-persische Epoche, die etwa fünftausend Jahre zurückliegt, jene Kulturepoche, in welcher den Menschen das Land um sie herum zwar zunächst wie feindlich erschien, aber nicht mehr wie früher als Illusion, die man zu fliehen habe, sondern als ein Arbeitsfeld, dem man den eigenen Geist einzuprägen hat. Vom Bösen, von einer dem Guten gegnerischen Macht ist diese Erde beherrscht in ihrer materiellen Beschaffenheit, von dem Gotte Ahriman. Er beherrscht sie, aber der gute Gott Ormuzd hilft den Menschen — in seinen Dienst stellen sich die Menschen. Wenn sie seinen Willen ausführen, dann verwandeln sie diese Welt in einen Acker der oberen geistigen Welt, dann prägen sie der sinnlich-wirklichen Welt das ein, was sie selbst im Geist erkennen. Ein Arbeitsfeld war für die zweite Epoche die physisch-reale, die sinnlich-reale Welt. Für den Inder war die sinnliche Welt noch Täuschung, Maja. Für den Perser war sie zwar von bösen Dämonen beherrscht, aber doch eine solche Welt, aus der der Mensch auszutreiben hatte die bösen und der er einzugliedern hatte die guten geistigen Wesenheiten, die Diener des Lichtgottes Ormuzd.

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Cite: GA 104/1908-06-20/p011 · edition original