Dritter Vortrag

GA 104/1908-06-20/p020 ·1908-06-20 · original (original)
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Wie charakterisiert sich denn derjenige, der diesen Brief diktiert? Er charakterisiert sich als Vorläufer des Christus Jesus, gleichsam als Führer der ersten Kulturepoche. Der Christus Jesus spricht gleichsam durch diesen Führer oder Meister der ersten Kulturepoche, jener Epoche, wo der Eingeweihte hinaufsah zu den jenseitigen Welten. Er sagt von sich, daß er die sieben Sterne in seiner Rechten hält und die sieben goldenen Leuchter. Die sieben Sterne sind nichts anderes als Symbole für die sieben höheren geistigen Wesenheiten, welche die Führer der großen Kulturepochen sind. Und von den sieben Leuchtern ist es im besonderen ausgedrückt, daß es geistige Wesenheiten sind, die man nicht in der sinnlichen Welt sehen kann. So ist auch in der Joga-Einweihung in klaren Worten auf sie hingedeutet, hingedeutet aber auch darauf, daß niemals der Mensch im Sinne der Entwickelung wirkt, wenn er die äußeren Werke haßt, wenn er von der Liebe zu den äußeren Werken abläßt. Die Gemeinde zu Ephesus hat die Liebe zu den äußeren Werken verlassen. So wird ganz richtig in der Apokalypse des Johannes angegeben: Du hassest die Werke der Nikolaiten. — «Nikolaiten» ist nichts anderes als eine Bezeichnung für diejenigen Menschen, die das Leben bloß in der sinnlichen Materie zum Ausdruck bringen. Es gab in der Zeit, auf die sich dieser Brief bezieht, eine Sekte der Nikolaiten, die alles, was dem Menschen wert sein soll, nur in dem äußeren, fleischlichen, sinnlichen Leben sahen. Das sollst du nicht, sagt derjenige, der den ersten Brief inspiriert. Aber nicht von der ersten Liebe lassen, sagt er auch, denn dadurch, daß du die Liebe zur äußeren Welt hast, belebst du diese äußere Welt, holst du sie hinauf zum geistigen Leben. — Derjenige, der Ohren hat zu hören, der höre: Wer überwindet, dem werde ich zu essen geben, nicht bloß vom vergänglichen Baum, sondern vom Baum des Lebens —, das heißt, der wird imstande werden, zu vergeistigen, was hier im Sinnlichen ist, um es hinaufzuführen zum Altar des geistigen Lebens.

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Cite: GA 104/1908-06-20/p020 · edition original