{"corpus":"steiner","locus":"GA 104/1908-06-23/p003","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Es ist in der materialistischen Wissenschaft allgemein gebräuchlich, mit Ausnahme einiger Kreise, die sich in der letzten Zeit zu einer anderen Erklärung entschlossen haben, die Entstehung unseres gegenwärtigen Sonnensystems so darzustellen, daß es sich herausgebildet hat aus einer Art von Urnebel, der einen Raum umfaßt hat bis über die Neptungrenze hinaus, also bis an die Bahn des äußersten Planeten unseres Sonnensystems. Und da, so nimmt man an, hat sich durch einen Verdichtungsprozeß nach und nach herausgebildet unsere Sonne und die sich um sie herumbewegenden Planeten. Wie gesagt, einige wenige Erklärer haben heute eine etwas anders lautende Anschauung, aber sie bringen auch noch nichts Wesentliches für uns, die wir auf dem Boden einer spirituellen Weltanschauung stehen. Also es hätte sich herausgeballt unsere Sonne mit den um sie kreisenden Planeten. Dabei wurde ja immer und wird auch heute noch in den Schulen ein niedlicher Vergleich gebracht, der so recht anschaulich machen soll, wie ein ganzes Planetensystem so durch Drehung entstehen kann. Da nimmt man eine ölige Substanz, die in Wasser schwimmt, und macht sie kugelförmig. Dann schneidet man ein kleines Blättchen, das man ganz in der Äquatorlinie so durchdrücken kann durch diese ölige Kugel, daß sie in zwei Hälften geteilt wird. Man steckt oben hinein eine Stecknadel, und dann gibt man das in Wasser, so daß es schwimmt. Man sieht alsdann, wenn man nun diese kleine Kugel dreht, wie sich zuerst ein Tropfen abspaltet und gleichsam als ein äußerer Körper die größere Kugel umkreist, wie sich dann ein zweiter, dritter Tropfen abspaltet und endlich in der Mitte ein großer Tropfen übrigbleibt, um den sich viele kleinere drehen. Ein Planetensystem im kleinen! — sagt man. Warum, so meint man, könne nicht aus jenem Urnebel einstmals durch solche Abdrehung unser Sonnensystem entstanden sein, wenn man es doch jetzt nachmachen kann bei einem solchen Miniatur-Sonnensystem?","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Sechster Vortrag","site_heading":null,"date":"1908-06-23","location":null,"word_count":300,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/104/1908-06-23/p003","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/104/1908-06-23/p003"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/104/1908-06-23/p003","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}