Siebenter Vortrag

GA 104/1908-06-24/p010 ·1908-06-24 · original (original)
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Selbst in den weltlichsten Dingen kann man das nachweisen. Zum Beispiel könnte ich es Ihnen an den Einzelheiten der Entwickelung des Bankwesens in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts nachweisen. Es ist nämlich vielleicht erst den zukünftigen Geschichtsschreibern vorbehalten, zur Klarheit zu bringen, daß da eine gründliche Veränderung eingetreten ist, die wir damit bezeichnen können: Im Bankwesen ist die Persönlichkeit allmählich zersplittert. — Da würde ich Sie hinweisen müssen auf jenen Zeitpunkt, wo die vier Rothschilds in die Welt ausgezogen sind von Frankfurt aus, der eine nach Wien, der andere nach Neapel, der dritte nach London, der vierte nach Paris, und wie da das ganze Bankwesen durch die eben darauf gerichtete persönliche Begabung in eine persönliche Sphäre hineingebracht worden ist. Da hat sich die Persönlichkeit eingesetzt für das Geldwesen. Heute sehen Sie das ganze Bankwesen unpersönlich werden. Das Kapital geht an die Aktiengesellschaften über, es wird nicht mehr von der Einzelpersönlichkeit verwaltet. Das Kapital fängt an, sich selbst zu verwalten. Wir haben rein objektive Kräfte, die innerhalb des Kapitals wirtschaften, und sogar schon Kräfte innerhalb dieses Gebietes, die allen Willen der Persönlichkeit an sich ziehen, so daß die Persönlichkeit ohnmächtig geworden ist. So kann man mit sehenden Augen bis hinein in diese weltlichen Dinge die Sache verfolgen und wird überall sehen können, wie die Menschheit in bezug auf die Persönlichkeit zu einem tiefsten Punkt herunterstieg.

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