{"corpus":"steiner","locus":"GA 104/1908-06-26/p004","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Wir werden am besten verstehen, was aus dem Menschen werden kann, wenn wir die Geduld haben, den Menschen nochmals zu betrachten, wie er geworden ist und welche Entwickelungsmöglichkeiten für die Zukunft in ihm sind. Wenn wir den Menschen heute betrachten, so steht er vor uns als ein viergliedriges Wesen. Das erste, was wir am Menschen erkennen, ist der sogenannte physische Leib. Das ist dasjenige Glied, das der Mensch gemeinschaftlich hat mit allen heutigen Geschöpfen des Mineralreiches, das man am Menschen mit Augen sehen, mit Händen greifen kann. Es ist das niederste Glied der menschlichen Wesenheit, dasjenige, was allein zurückbleibt als Leichnam im Tode. Aber dieser physische Leib würde jeden Augenblick das Schicksal haben, das der Leichnam im Tode hat, er würde zerfallen, wenn er nicht durchdrungen wäre von dem, was wir nennen den Äther- oder Lebensleib. Diesen Ätherleib hat der Mensch nicht mehr gemeinschaftlich mit den Geschöpfen des mineralischen Reiches, er hat ihn gemeinschaftlich mit den Wesen des Pflanzenreiches auf der Erde. Der Ätherleib ist in jedem Menschen ein Kämpfer gegen den Tod, der zwischen Geburt und Tod die Teile des physischen Leibes, die sich fortwährend trennen wollen, zusammenhält. Was ist in Wahrheit des Menschen physischer Leib? Das, was er nach einiger Zeit wird, wenn der Tod die Gestalt zerstört hat: Asche, ein Häuflein Asche, das nur so künstlich in seinen Teilen hineingeordnet ist in den Lebensleib, daß das Ganze des Menschen den Eindruck macht, den es heute auf den Beschauer ausübt. Das zweite Glied also ist der Ätheroder Lebensleib. Das dritte, das der Mensch mit allen Tieren gemein hat, ist der sogenannte astralische Leib, der Träger von allen Instinkten, Leidenschaften, Begierden, von allen Gedanken und Vorstellungen und so weiter, das, was man gewöhnlich das Seelische nennt im Menschen. Dann haben wir als viertes jenes Glied der menschlichen Wesenheit, das den Menschen zur Krone der Erdenschöpfung macht, welches verursacht, daß er hinausragt über alle übrigen Wesenheiten der Erdenschöpfung und das den Menschen vorzugsweise dazu befähigt, sich als Ich, als individuelles, selbstbewußtes Wesen des Erdendaseins zu entwickeln.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Neunter Vortrag","site_heading":null,"date":"1908-06-26","location":null,"word_count":336,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/104/1908-06-26/p004","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/104/1908-06-26/p004"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/104/1908-06-26/p004","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}